04:28 26 September 2018
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    Marine Marschflugkörper Kalibr auf der russischen Fregatte Admiral Grigorowitsch (Archivbild)

    „Bedrohung nicht abzuwehren“: US-Experten erkennen russische Überlegenheit an - FOTOs

    © Sputnik / Witlaij Timkiw
    Politik
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    Lange Zeit galten die USA in ihrer konventionellen militärischen Stärke als uneinholbar, doch nun scheint diese Überlegenheit nicht mehr gegeben zu sein. Laut dem Forscher des Center for a New American Security Paul Scharre übertrumpfen sowohl Russland als auch China die Vereinigten Staaten bereits in verschiedenen Militärbereichen.

    Die Vereinigten Staaten bemühen sich zunehmend darum, den wachsenden politischen und militärischen Einfluss Russlands und Chinas einzudämmen – einer der letzten Schritte in dieser Richtung war die Veröffentlichung der neuen US-Atomwaffendoktrin, die offen Russlands und Chinas Militärpotentiale als eine Bedrohung ansieht und diese „eindämmen“ will.

    Diese neue Strategie ist auch ein Ausdruck der schwindenden militärischen Möglichkeiten der USA im Vergleich zu Russland oder China.

    Laut dem amerikanischen Sicherheitsexperten Paul Scharre würden diese beiden Staaten selbst in einem konventionellen Konflikt für die USA eine derartige Bedrohung darstellen, die von Washington nicht mehr ohne weiteres abgewehrt werden könnte.

    „Ich bedaure es zu gestehen, dass die US-Streitkräfte nicht in der Lage sind, die Bedrohungen abzuwehren, mit denen wir heute konfrontiert sind“, erklärte Scharre im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

    Das chinesische Militär sei etwa vor allem auf Grund seiner „Hunderten Marschflugkörper und über Tausend ballistischer Raketen“ eine Bedrohung, Russland seinerseits sei Washington gleich in mehreren Waffengattungen voraus: Vor allem betreffe dies die Raketenabwehrsysteme, hochpräzise Langstreckenwaffen und die radioelektronische Kriegsführung.

    „Die Vereinigten Staaten sind Russland unterlegen, das im Vergleich (zu Washington) mehr in die Verbesserung seines Potentials, hochpräzise Langstreckenangriffe auszuführen, sowie in die Modernisierung integrierter Luftverteidigungssysteme und (…) radioelektronischer Kriegsführung investiert“, zitiert der russische Sender RT den Sicherheitsexperten.

    Diese Unterlegenheit resultiere vor allem daraus, dass den USA die „strategische Flexibilität“ sowie die Fähigkeiten zu schneller Planung fehlen würden.

    >>> Mehr zum Thema: „Russland wird sich verteidigen“ – Sicherheitspolitiker zu neuer US-Atomwaffendoktrin<<<

    Auch die starke Bürokratisierung verschiedener amerikanischer Gesellschaftsbereiche führe zu einer Verlangsamung der Einführung neuer Waffensysteme um Jahrzehnte.

    Um diese Probleme dauerhaft zu lösen, müssten radikale Reformen durchgeführt werden – vor allem im Finanzierungssystem militärischer Forschungsprojekte.

     

    Vor diesen Waffen hat Washington Angst — Raketenabwehrsysteme, hochpräzise Waffen, radioelektronische Kriegsführung:

    • Russische Raketenabwehrsysteme S-400
      Russische Raketenabwehrsysteme S-400
      © Sputnik / Sergej Malgawko
    • Luftabwehrkomplex S-400 in Syrien
      Luftabwehrkomplex S-400 in Syrien
      © Sputnik / Dmitriy Winogradow
    • Russische Raketenabwehrsysteme S-400 auf der Krim
      Russische Raketenabwehrsysteme S-400 auf der Krim
      © Sputnik / Сергей Мальгавко
    • Marine Marschflugkörper Kalibr auf der russischen Fregatte Admiral Grigorowitsch
      Marine Marschflugkörper Kalibr auf der russischen Fregatte "Admiral Grigorowitsch"
      © Sputnik / Witalij Timkiw
    • Einsatz russischer Kalibr-Marschflugkörper gegen IS-Infrastruktur in Syrien
      Einsatz russischer Kalibr-Marschflugkörper gegen IS-Infrastruktur in Syrien
      Ministry of defence of the Russian Federation
    • Marine Marschflugkörper Kalibr auf der russischen Fregatte Admiral Grigorowitsch
      Marine Marschflugkörper Kalibr auf der russischen Fregatte "Admiral Grigorowitsch"
      © Sputnik / Witlaij Timkiw
    • Der radioelektronische Kampfkomplex „Krassucha-4“
      Der radioelektronische Kampfkomplex „Krassucha-4“
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    • Russische Anlage für Elektronische Kampfführung Rtut-BM
      Russische Anlage für Elektronische Kampfführung Rtut-BM
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    Russische Raketenabwehrsysteme S-400

    Es müsse unter anderem mehr in die Entwicklung und Beschaffung von strategischen Bombern, die Entwicklung von Stealth-Drohnen sowie in Technologien der radioelektronischen Kriegsführung investiert werden, so Scharre.

    Das Pentagon hatte am Freitag die neue US-Atomwaffendoktrin veröffentlicht und darin unter anderem Bedingungen für den Einsatz von Atomwaffen genannt. Laut Washington stellen vor allem Nordkorea, China und Russland eine „besondere Bedrohung“ dar.

    Als Reaktion auf diese Bedrohungen sieht die neue Doktrin unter anderem den Bau von kleineren Atombomben vor.

    Diese würde Washington zwar nur unter „äußersten Umständen einsetzen“, allerdings sind diese „Umstände“ so breit formuliert, dass Sicherheitsexperten nun eine erhöhte Gefahr für einen neuen amerikanischen Atomwaffeneinsatz sehen.

    Die von der Doktrin erwähnten Umstände, die einen Atomwaffeneinsatz legitimieren würden, beinhalten etwa auch konventionelle Angriffe nicht nur auf die USA, sondern auch auf „Verbündete und Partner“.

    Moskau bezeichnete die Doktrin als konfliktgeladen und gegen Russland gerichtet. Die Doktrin lege nun den Fokus der amerikanischen Militärstrategie klar auf die Rivalität anstelle einer Kooperation mit Russland.

    /NG/GS

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    Atomwaffeneinsatz, Konventionelle Waffen, Bürokratisierung, radioelektronische Kriegsführung, Militärpotentiale, US-Experten, Militärstrategie, militärische Überlegenheit, Finanzierung, ballistische Rakete, Marschflugkörper, Langstreckenbomber, Modernisierung, Raketenabwehr, Bedrohung, Atomwaffen, US-Atomwaffendoktrin, Kalibr-Rakete, S-400, Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, Center for a New American Security, RT, Paul Scharre, Nordkorea, USA, Washington, Russland, China