02:46 23 Oktober 2018
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    AfD-Delegation auf der Krim

    „Freundliche Menschen, keine Soldaten“: AfD-Abgeordneter Hugh Bronson über Krim-Reise

    © Sputnik / Alexey Malhawko
    Politik
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    Nikolaj Jolkin
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    Mit ihren Sanktionen gegen Russland und besonders gegen die Krim-Bevölkerung will die Bundesregierung die Menschen auf der Halbinsel dafür bestrafen, dass sie beim Referendum für einen Anschluss an Russland gestimmt haben. Dies sagt Hugh Bronson, Mitglied der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.

    Mit einer Gruppe von acht AfD-Landtagsabgeordneten aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie einem Vertreter des Netzwerks „Russlanddeutsche in der AfD“ befindet sich Hugh Bronson bis Freitag auf der Krim. „Angela Merkel riskiert mit diesen Sanktionen, dass die deutsche Wirtschaft Schaden nimmt und dass die Menschen in Russland am allerstärksten unter den Sanktionen leiden. Wir haben das hier auf der Krim gesehen. Hier gibt es keine Touristen aus Europa mehr. Die internationalen Beziehungen sind eingefroren. Es gibt keinen Schüler- und Studentenaustausch mehr.“

    Im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin fuhr der europapolitische AfD-Sprecher fort:

    „Auf der Krim können auch keine landwirtschaftlichen Maschinen und Ersatzteile für sie mehr gekauft werden. Die Menschen auf der Halbinsel leiden direkt unter diesen Sanktionen. Ich würde den Geschäftsleuten in Deutschland empfehlen, den Druck auf die Bundesregierung unbedingt zu erhöhen.“

    Die Amerikaner seien dabei, so der Abgeordnete, „die Geschäfte mit Russland zu machen, die den Deutschen entgehen. Das ist so ein Eingriff in den Wettbewerb. Das sollte nicht geduldet werden. Die Unternehmen sollten dafür sorgen, dass man ihre hochqualifizierten Produkte auch in Russland wieder kaufen kann.“

    Die Reise verfolge deshalb das Ziel, erläuterte Bronson, die Debatte über Russland-Sanktionen in die Öffentlichkeit zu tragen. „Wir möchten, dass die Menschen darüber diskutieren. Denn wir halten diese Sanktionen für grundsätzlich falsch. In Simferopol und Jalta haben wir freundliche Menschen und keine Soldaten gesehen.“

    Es werde in unseren Medien immer so dargestellt, als sei die Krim besetzt, so der Abgeordnete. Angeblich wären die Menschen gegen ihren Willen zur Abstimmung gezwungen worden. „Nichts davon ist wahr. Die Menschen gehen ganz normal ihren Geschäften nach. Die Straßen sind belebt. Es könnte auch eine andere kleine europäische Stadt sein. Es ist eigentlich ein normaler Eindruck, den wir hier gewonnen haben.“

    Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen deutsche Parlamentarier eingeleitet. Der Krimbesuch wurde dabei als „Straftat mit schwerwiegenden Folgen" bezeichnet. Hugh Bronson meint dazu: „Wir sind gewählte Parlamentarier und reisen in ein anderes Land, in eine andere Region, um uns zu informieren. Und das haben wir getan. Wir haben uns einen Eindruck vor Ort verschafft, wie es auf der Krim aussieht.“

    „Die Ukraine wäre deshalb gut beraten“, so der Abgeordnete, „sich um die Auseinandersetzung in der Ost-Ukraine zu kümmern und sich um ein Verständnis mit dem mächtigen Nachbarn Russland zu bemühen und nicht Parlamentarier, die eine private Reise, möchte ich unterstreichen, unternehmen, mit Strafandrohung zu verfolgen. Das ist nicht richtig.“

    Auch innerhalb der AfD umstrittene Reise

    Hugh Bronson erläutert: „Wir haben den Bundesvorstand, Jörg Meuthen, Alexander Gauland, Beatrix von Storch usw., über die Reisepläne informiert. Der Bundesvorstand hat das zur Kenntnis genommen und das nicht untersagt. Mit dieser Erlaubnis reicht es uns eigentlich als unabhängigen Parlamentariern, in ein anderes Land zu reisen, um uns vor Ort zu informieren.“

    Der Abgeordnete gab zu, dass es Gespräche gegeben habe und die Vor- und Nachteile abgewogen worden seien. „Letztlich sind wir unabhängige Parlamentarier, die selbst entscheiden können und die das auch tun, wenn es der Bundesvorstand nicht verbietet, und das hat er nicht gemacht.“

    Das komplette Interview mit Hugh Bronson (AfD) zum Nachhören:

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    Tags:
    Russlanddeutsche, Landtag, Abgeordnete, Besuch, Interview, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, Beatrix von Storch, Alexander Gauland, Krim, Deutschland, Russland, Ukraine