20:01 18 August 2018
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    Neue US-Nukleardoktrin: Rückkehr zur Dominanz oder totale Vernichtung?

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    Die vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichte neue Nukleardoktrin bildet samt der neuen Sicherheitsstrategie und der neuen Verteidigungsstrategie des Landes ein offizielles System von Ansichten der US-Führung im Zeitalter von Präsident Donald Trump. Das schreibt Oberst Le The Mau, politischer Experte aus Vietnam, in einem Kommentar.

    Die Nukleardoktrin lege den Kurs auf die Herbeiführung der allseitigen Oberherrschaft der USA über jegliche Gegner fest. Dieser Kurs manifestiere sich in den Parolen „America first“ (deutsch: „Amerika zuerst“) und „Peace through strength“ (deutsch: Frieden durch Stärke“) und werde durch das reale Vorgehen Washingtons umgesetzt, so Le The Mau. Ihm zufolge sind die USA bereit, gegen jedweden Rivalen, der sich an der Monopolstellung Amerikas vergreifen oder gegen die von den USA eingerichtete „Weltordnung“ verstoßen sollte, einen Krieg zu entfesseln.

    Russland als „Hauptbedrohung“

    Dieser Kurs richte sich gegen das neue Russland, dessen Macht wieder erstarke. Darin sähen die USA die Hauptgefahr, zusammen mit China, Nordkorea und dem Iran, so der Experte. Die USA betrachteten das jetzige und das künftige Nuklearpotential dieser Länder als eine Bedrohung für ihre nationale Sicherheit und erklärten sich bereit, zum Schutz Amerikas einen Präventivschlag zu führen.

    Le The Mau erinnert daran, dass die USA als erstes und bisher einziges Land Nuklearwaffen eingesetzt hatten, gegen Japan – ein Land, das keine solchen Waffen besaß. Die über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben hätten Japan nicht zur Kapitulation genötigt – dies habe die sowjetische Rote Armee getan, die die japanische Kwantung-Armee zerschlug.

    Die USA, die sich fremde Verdienste im Zweiten Weltkrieg in die Tasche gesteckt hätten, hätten andere Länder in einer unipolaren Nachkriegswelt unterwerfen wollen. Dem hätten die Sowjetunion und später auch China als Atommächte einen Riegel vorgeschoben.

    Hätten die USA mit ihrer neuen Nukleardoktrin eine nukleare Überlegenheit erreicht und dabei keine Abfuhr erfahren, würden sie sich nach Meinung des Politologen zunehmend in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten einmischen und jeden Staat wegen Verletzung der von Washington aufgezwungenen Ordnung angreifen.
    Doch die heutige Weltrealität weicht von dem durch die USA präsentierten „Überblick über die Nuklearpolitik 2018“ erheblich ab, so der Experte.

    Wahres Ziel: Entwicklung neuer Waffenarten

    Ihm zufolge haben Nordkorea, der Iran, China und allen voran Russland große Fortschritte bei der Entwicklung und Stationierung von Nuklearwaffen sowie von Raketenabwehrsystemen für den eigenen Schutz erzielt. In Wirklichkeit sei dies keineswegs ein Faktor, der die USA, wie Trump es begründet, „zur Suche nach einer neuen Entwicklungsstrategie motivieren soll, um Angriffe auf das Staatsgebiet der USA, deren Verbündete und Partner verhindern zu können“.

    Die in den neuen Dokumenten formulierte These, dass „die USA vor einer Angriffsgefahr stehen“, habe zum Ziel, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und Bedingungen für die Entwicklung neuer Waffenarten für einen potentiellen künftigen Krieg zu schaffen, unterstreicht der Experte.

    Seinen Worten zufolge will Vietnam ebenso wie andere Länder in Amerika ein starkes Land sehen, das die Verantwortung für die Entwicklung einer multipolaren Welt trage. Doch Amerika wolle seine Macht auf einem Weg wieder herstellen, der in den neuen Dokumenten festgelegt sei. Le The Mau erblickt darin eine Riesenkatastrophe.

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    Tags:
    Verteidigungsstrategie, Nuklearwaffen, Sicherheitsstrategie, Verteidigungsministerium, Rote Armee, Donald Trump, Japan, USA, Russland, China
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