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    „Fataler Fehler“: Gabriele Krone-Schmalz zu Feindbild Russland – Luzerner Zeitung

    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko
    Politik
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    Die langjährige ARD-Korrespondentin und -Moderatorin Gabriele Krone-Schmalz spricht in Bezug auf die Sicht von Russland als Feindbild von einem folgenschweren Fehler und warnt vor einer neuen Eskalationsspirale. Die „Luzerner Zeitung“ hält diese Haltung für berechtigt: Russland sei viel verletzlicher als die USA.

    Die Sichtweise, die den Westen als etwas Gutes und Putins Russland als einen Feind darstelle, sei ein fataler Fehler und sorge für gefährliche Missverständnisse, ist sich Krone-Schmalz sicher. 

    In der Tat hätten die Handlungen Russlands seit langem einen strategisch defensiven Charakter gehabt: Bereits in Zeiten des Kalten Krieges habe die Sowjetunion Angst vor der atomaren Bedrohung gehabt und den Westen als aggressiv wahrgenommen.

    Zurzeit stufe der Westen die russische Politik als expansiv ein und versuche dieser Politik mit militärischer Stärke entgegenzutreten. So bilde sich eine weitere Eskalationsspirale. Dabei handle Russland aus einer strategischen Defensive heraus, betont die Expertin.

    Die „Luzerner Zeitung" hält dieses Handeln für berechtigt: „Schon an sich hat Russland mit seinem riesigen, von potenziellen Feinden umgebenen Gebiet eine viel höhere Verletzlichkeit als etwa die USA auf ihrem Kontinent", schreibt die Zeitung. Zudem empfinde Russland die massive Erweiterung der Nato seit dem Fall der Berliner Mauer als Bedrohung.

    Genau in solchen Aspekten zeige sich das westliche Unvermögen, die russische Sichtweise wahrzunehmen und auch zu respektieren. Zudem nehme der Westen seine eigene Weltsicht als die moralisch richtige wahr und wolle Russland eine Demokratie westlicher Prägung aufzwingen.

    Außerdem verwies Krone-Schmalz darauf, dass Russland oft ein Opfer der Expansionspolitik gewesen sei. Diese Erfahrung müsse also respektiert werden.

    Die Expertin schlägt einen Art Test vor, der die mögliche Reaktion Russlands auf Entspannungsinitiativen prüfen könnte: Die Nato solle auf eine Raketenabwehrbasis in Polen sowie auf einen Beitritt der Ukraine und Georgiens trotz des Wunsches der beiden Länder verzichten. Diese Initiativen könnten eine Reihe von gegenseitigen Zugeständnissen und im Endergebnis vielleicht sogar ein Sicherheitspaket ins Leben rufen. 

    Krone-Schmalz fordert auch den Westen auf, seine Demokratisierungspolitik gegenüber Russland zu stoppen — dies würde zu einer Entspannung beitragen, weil Druck von außen höchstens eine Erstarrung des Status quo erzeuge.

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    Tags:
    Entspannung, Feindbild, Gefahr, Eskalation, NATO, Westen, Russland