00:25 23 Juli 2018
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    Nordkorea (Archivfoto)

    Atomstreit mit Nordkorea: Russische Truppen als Lösung?

    © AP Photo / Kim Kwang Hyon
    Politik
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    Weil der internationale Druck im Atomstreit mit Nordkorea bisher kaum etwas bewirkt hat, schlägt ein Experte der US Navy eine ungewöhnliche Lösung vor: Russland und China sollen eigene Truppen in dem kommunistischen Land stationieren. Das würde Pjöngjang die Angst vor einem US-Angriff nehmen und den Bau von Atomwaffen unnötig machen.

    Das nordkoreanische Nuklearprogramm als Ausdruck der geopolitischen Stärke des Landes darzustellen, sei falsch, urteilt Lyle Goldstein, Professor des Naval War Colleges, laut der US-Zeitschrift „The Atlantic“.

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    Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un brauche Atomwaffen vor allem dafür, um einen möglichen US-Angriff abzuwehren. Daher sei die Strategie der US-Administration, die Pjöngjang mit einem Krieg drohe, komplett falsch. Dadurch werde Nordkoreas nukleares Programm nicht eingeschränkt, sondern hingegen befeuert.

    „Wenn es um Sicherheit geht, versteht Nordkorea die Atomwaffen als beinahe alles, was ihm geblieben ist“, schreibt die Zeitschrift.

    Die nordkoreanische geopolitische Lage wird demzufolge seit dem Zusammenbruch der UdSSR immer unsicherer. Nordkoreas letzter Verbündeter – China – nähere sich zunehmend mit Südkorea an. Das Blatt verweist darauf, dass die USA Libyen angegriffen hätten, nachdem der libysche Staatschef Muammar al-Gaddafi im Rahmen einer Annäherung an die USA auf sein nukleares Programm verzichtet hätte.

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    „Statt eines US-Truppenabzugs aus Südkorea, sollten kleine chinesische und vielleicht auch russische Truppen, mit Pjöngjangs Erlaubnis, in Nordkorea stationiert werden“, zitiert „The Atlantic“ Goldsteins Buch „Meeting China Halfway“.   

    Diese Militärpräsenz würde Kim Jong Un einerseits in Schranken halten und andererseits eine amerikanische oder südkoreanische Attacke beinahe unwahrscheinlich machen. Dazu sollte die Angst der USA und Südkoreas beitragen, russische und chinesische Soldaten zu töten und dadurch einen Krieg mit Moskau und Peking zu riskieren.

    „Auf diese Weise könnte Kim Jong Un sich sicher genug fühlen, um sein Atomprogramm einzuschränken und vielleicht sogar letztendlich darauf zu verzichten“, schreibt das Blatt.

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    Goldsteins radikaler Vorschlag werde in Washington kaum ernst genommen, das derzeit eine militärische Lösung des Korea-Konfliktes favorisiere, schreibt „The Atlantic“.

    „Es sind vielleicht nicht unsere Gegner, die verrückt sind. Das sind vielleicht wir“, resümiert die Zeitschrift.

    Die Situation auf der Koreanischen Halbinsel hatte sich im Jahr 2017 dramatisch zugespitzt, nachdem Nordkorea eine Reihe von Raketenstarts sowie einen Atomtest durchgeführt hatte. Im Dezember verhängte der UN-Sicherheitsrat neue Sanktionen gegen das Land.

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