16:25 22 April 2018
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    Flüchtlinge an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland (Archiv)

    Kosten der Migrationskrise: 50.000 Euro pro unbegleitetem minderjährigem Flüchtling

    © AFP 2018 / CHRISTOF STACHE
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    Eine der größten Einwanderergruppen der Flüchtlingskrise waren und sind minderjährige Flüchtlinge, die alleine – also unbegleitet – nach Deutschland gekommen waren. Laut dem Nachrichtenportal „Welt“ liegt die Hauptfinanzlast dabei nicht etwa auf dem Bund, sondern auf den Bundesländern – und beläuft sich auf Dutzendtausende Euro pro Fall.

    Laut einer Umfrage der „Welt“ in den Bundesländern hat die Aufnahme unbegleiteter Flüchtlinge allein im vergangenen Jahr im Durchschnitt rund 50.000 Euro pro Fall gekostet.

    Die ausführlichsten Informationen seien dabei aus Schleswig-Holstein gekommen. Dort sollen im Jahr 2017 „insgesamt 105,2 Millionen Euro für die Unterbringung und Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aufgewendet“ worden sein. Pro Fall hätten sich die Kosten auf rund 58.600 Euro belaufen.

    Andere Bundesländer hätten teilweise geringere Ausgaben tätigen müssen, die dennoch Dutzendtausende Euro erreicht hätten.

    So seien sowohl in Sachsen als auch in Niedersachsen rund 54.000 Euro pro unbegleitetem minderjährigem Flüchtling ausgegeben worden, in Thüringen seien es 49.000 gewesen, in Brandenburg „nur“ 40.000.

    Zu den anderen Bundesländern seien nur unzureichende oder „veraltete“ Angaben seitens der Landesbehörden gemacht worden.

    Insgesamt hätten sich bundesweit 56.758 unbegleitete Ausländer in der Jugendhilfe befunden.

    Finanzminister schlagen Alarm

    Die enormen Kosten pro Fall seien auch deshalb so brisant, da sie hauptsächlich auf den Budgets der Bundesländer lasten würden – der Bund zahle nur einen geringen Anteil davon, so „Welt“.

    Gerade deshalb hätten Finanzminister der Länder auf ihrer Konferenz im Januar gefordert, dass der Bund „mindestens zur Hälfte an der Finanzierung der Unbegleiteten“ beteiligt sein solle.

    Kommunen ihrerseits würden allerdings das Gleiche von den Ländern fordern.

    „Neben der finanziellen Last, die den Kreisen von keinem der Bundesländer wirklich vollständig abgenommen wird, betrifft dies vor allem die fachliche Arbeit mit den jungen Menschen“, zitiert „Welt“ in diesem Zusammenhang den Deutschen Landkreistag.

    Gleichzeitig sei zu bedenken, dass der verwendete Begriff des „unbegleiteten minderjährigen Flüchtlings“ dabei längst nicht mehr wörtlich zu nehmen sei – 43 Prozent der „Minderjährigen“ seien nämlich auch nach offiziellen Angaben schon erwachsen.

    Ohne Begleitpersonen eingereiste Ausländer dürften nämlich auch deutlich über das 18. Lebensjahr hinaus (in Ausnahmefällen bis ins 27. Lebensjahr) in der Kinder- und Jugendhilfe bleiben, falls Betreuer und Jugendämter einen besonderen Bedarf feststellen würden.

    /NG/GS

     

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    Bund, Jugendhilfe, Bundesländer, Jugendamt, Gewalt durch Flüchtlinge, Migration, Flüchtlinge, Minderjährige, Kosten, Migrationskrise, Flüchtlingskrise, Migranten, Ausländer, Welt am Sonntag, Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen, Deutschland
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