08:58 22 Juli 2018
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    Donald Trump und US-Verteidigungsminister James Mattis (r.) während Militärparade in Washington am Tag seiner Amtseinführung (Archivbild)

    Trump will Militärparade: Was er bei anderen Ländern abgucken könnte

    © AP Photo / Andrew Harnik
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    Präsident Donald Trump will, dass die USA eine groß angelegte Militärparade veranstalten. Welche Besonderheiten haben solche Paraden weltweit? Was könnten die Amerikaner etwa bei Russland „abgucken“? Der russische TV-Sender Swesda klärt auf.

    China

    Militärparade in Peking (Archivbild)
    © Sputnik / Anton Denisow
    Militärparade in Peking (Archivbild)

    China hat die zahlenmäßig stärkste Armee der Welt – und weiß auch groß angelegte Waffenschauen zu veranstalten. Die jüngste davon fand im Sommer 2017 statt und war dem 90. Gründungstag der Volksbefreiungsarmee gewidmet. Mindestens 12.000 Soldaten nahmen daran teil. Bei seinen Paraden zeigt China fortgeschrittene Kampffahrzeuge und Waffensysteme, darunter mobile Startvorrichtungen für Raketen aus eigener Produktion. Auf jährliche Veranstaltungen dieser Art wurde allerdings verzichtet. Stattdessen dienen Jubiläumsdaten als Anlass.

    Indien

    Militärparade zum Tag der Republik in New-Delhi (Archivbild)
    © Sputnik / Dmitrij Astakhow
    Militärparade zum Tag der Republik in New-Delhi (Archivbild)

    Chinas Anrainer Indien veranstaltet ebenfalls spektakuläre Militärparaden, und zwar an seinem Nationalfeiertag, dem Tag der Republik. Manche Besonderheiten wirken dabei recht exotisch. Etwa reiten die Musiker des Militärorchesters, das die Parade begleitet, auf Kamelen. Die Soldaten demonstrieren akrobatische Tricks auf Motorrädern. Auch die Militärtechnik, die bei den Paraden gezeigt wird, sieht manchmal ungewöhnlich aus – wie etwa Panzer mit fleckigem Tarnanstrich. Ein großer Teil der Militärtechnik kommt übrigens aus russischer oder gemeinsamer russisch-indischer Produktion.

    Russland

    Siegestag-Parade auf dem Roten Platz in Moskau (Archivbild)
    © Sputnik / Grigorij Sysoew
    Siegestag-Parade auf dem Roten Platz in Moskau (Archivbild)

    Die erste sowjetische Siegesparade am 24. Juni 1945 war mehr als beeindruckend, sie dauerte zwei Stunden: Im Regen marschierten Soldaten, die vor einigen Wochen noch an der Front gegen die Hitler-Truppen gekämpft hatten, über den Roten Platz – samt Militärtechnik. Insgesamt zwölf Regimenter nahmen daran teil, mit dabei waren die ranghöchsten Kommandeure der sowjetischen Streitkräfte. Auch im postsowjetischen Russland wird diese Tradition fortgesetzt. Besonders große Ausmaße hatte die Militärparade am 9. Mai 2015, dem 70. Jahrestag des Sieges. Unter anderem wurde dabei neuartige Militärtechnik präsentiert, darunter der Panzer T-14 Armata.

    Frankreich

    Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris (Archivbild)
    © Foto : Official White House/ Shealah Craighead
    Militärparade zum Nationalfeiertag in Paris (Archivbild)

    Groß angelegt ist auch die jährliche Militärparade am französischen Nationalfeiertag, der an den einstigen Sturm auf die Bastille erinnert. Angehörige des Heeres, der Kriegsmarine und der Gendarmerie marschieren über den Champs-Élysées, am Himmel sind Kampfjets der französischen Luftwaffe zu sehen. Im vergangenen Jahr war auch US-Präsident Donald Trump als Ehrengast mit dabei, den all diese Bilder offenbar beeindruckten.

    Die USA

    Nach seiner Heimkehr ordnete Trump, wie der russische Sender berichtet, an, einen Entwurf für eine Militärparade in Washington vorzulegen. Dass der Präsident es ernst meint, bestätigte inzwischen auch Generalstabschef Joseph Dunford. Laut Prognosen könnte die Parade an den 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges geknüpft werden. Ein passender Anlass wäre aber auch der Independence Day am 4. Juli. Wie der russische Militärhistoriker Roman Filatow erläuterte, gibt es in den USA vorerst keine regelmäßigen Militärparaden von großem Ausmaß.

    Historische Militärparade in Washington (Archivbild)
    Historische Militärparade in Washington (Archivbild)

    Der Sender kommentiert: „Das von Präsident Trump vorgeschlagene Muster erinnert sehr an die traditionellen Veranstaltungen in Russland: Militärparade in der Hauptstadt, Flugshows in Großstädten, Teilnahme der Marine. Es ist nicht auszuschließen, dass man bei Russland auch die Art und Weise ‚abgucken‘ würde, wie die Paradekolonnen zusammengestellt werden, sowie weitere Besonderheiten. US-Militärs haben in dieser Hinsicht ihre (wenn auch geringen) Erfahrungen: Im Jahr 2010 nahmen Soldaten aus den USA an der Siegesparade in Moskau teil und haben eine Vorstellung davon, wie sich Menschen und Militärtechnik bei einem Parademarsch bewegen müssen.“

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    Chinesische Armee in Paradebereitschaft versetzt
    Tags:
    Militärparade, Siegestag, Donald Trump, Washington, Iran, China, Russland, Frankreich, USA
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