19:17 23 Februar 2018
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    US-Truppen im kurdischen Teil Syriens

    Türkei wirft USA Ausweitung der Waffenlieferungen an Kurden vor

    © REUTERS/ Rodi Said
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    Im Norden Syriens sehen sich ehemalige Partner praktisch in einem Stellvertreterkrieg auf verschiedenen Seiten gegenüberstehen: So vor allem die Türkei und die USA. Während die türkische Armee gerade auf heftigen Widerstand der kurdischen Milizen stößt, wirft Ankara Washington vor, die Waffenlieferungen an die Kurden erheblich ausgeweitet zu haben.

    In Syrien prallen geopolitische Interessen und Großmachtambitionen verschiedener Staaten aufeinander. Die Türkei und die USA stehen sich dort trotz ihrer beider Mitgliedschaft in der Nato faktisch in einem Stellvertreterkrieg auf verschiedenen Seiten gegenüber: Während die Türkei mit der eigenen Armee sowie mit protürkischen Milizen massiv gegen die Kurden vorgeht, versucht Washington die Kurdenverbände zu unterstützen.

    Auch sind US-amerikanische Truppen in einigen kurdisch kontrollierten Gebieten stationiert.

    Dementsprechend zäh ist das militärische Vorrücken Ankaras in der nordsyrischen Provinz Afrin – täglich verzeichnet die türkische Armee Verluste.

    Die Kurden konnten bereits Panzer, Hubschrauber und Drohnen Ankaras abschießen.

    Den Grund hierfür sieht die türkische Regierung anscheinend auch in den umfangreichen US-amerikanischen Waffenlieferungen an die Kurden-Milizen.

    Laut Binali Yildirim, dem Ministerpräsidenten der Türkei, dauern die US-Lieferungen nicht nur an, sondern werden gar immer weiter ausgeweitet, berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

    „Wie sollten wir also Washingtons Wunsch verstehen, eine Partnerschaft mit Terroristen aufrechtzuerhalten? Warum versorgen die USA Terroristen mit noch mehr Waffen?“, sagte Yildirim.

    Früher habe die US-Administration die Unterstützung der Kurden mit Waffen damit gerechtfertigt, dass dies für den Kampf gegen den „IS“ notwendig sei. Doch nun, nachdem die Amerikaner selbst den Sieg über die Terrormiliz erklärt hätten, sei sie nicht mehr zu rechtfertigen.

    „Eine solche Entschuldigung ist schlimmer als ein Verbrechen. Aber seit die Bedrohung der IS-Terroristen in Syrien beseitigt ist, gibt es keine Gründe mehr für die weitere Zusammenarbeit der USA mit den Terroristen (YPG)“, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan den USA vorgeworfen, sich nicht an die eigenen Erklärungen zu halten.

    Das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei ist wegen der Unterstützung der syrisch-kurdischen „Volksverteidigungseinheiten" (YPG) durch die USA in eine Krise geraten.

    Die türkische Armee hatte am 20. Januar die Militäroperation „Olivenzweig"  gegen die YPG-Stellungen in der syrischen Region Afrin gestartet. Die YPG wird von den USA unterstützt, von der Türkei aber als terroristische Organisation eingestuft.

    Die türkischen Truppen ihrerseits werden dabei von der oppositionellen „Freien syrischen Armee" unterstützt.

    Die syrische Regierung verurteilte den türkischen Einmarsch. Afrin sei ein untrennbarer Bestandteil Syriens, hieß es.

    Russland, das in den vergangenen Jahren die syrischen Truppen im Kampf gegen die Terrormilizen IS und die al-Nusra-Front militärisch unterstützt hatte, mahnte alle Konfliktparteien zu Zurückhaltung und Achtung der territorialen Integrität Syriens.

    /NG/GS

     

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    Tags:
    geopolitische Interessen, Stellvertreterkrieg, Milizen, Terroristen, IS-Terroristen, Kurden, Waffenlieferungen, Militäroperation „Olivenzweig, YPG, IS, Freie Syrische Armee (FSA), NATO, Binali Yildirim, Recep Tayyip Erdogan, Afrin, Ankara, Türkei, Syrien, USA, Washington
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