12:35 14 August 2018
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    Die israelische F-16, die durch syrische Luftabwehr abgeschossen wurde

    Keine Lösung für Nahostprobleme ohne Moskau – Le Figaro

    © REUTERS / Ronen Zvulun
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    Vor dem Hintergrund der allgemeinen Spannungen im Nahen Osten erhält Israel laut Renaud Gigard, Kommentator der französischen „Le Figaro“, die Verbindung zu Moskau aufrecht, weil es begriffen hat, dass Russland in vielen Fragen großes Gewicht habe.

    In seinem Zeitungsbeitrag erinnert der Autor an den jüngsten Konflikt zwischen der syrischen und der israelischen Armee, wobei ein aus Syrien eingeflogenes Jagdflugzeug im Luftraum Israels abgeschossen und ein israelisches Jagdflugzeug dann über Syrien von einer syrischen Boden-Luft-Rakete getroffen wurde. Die israelischen Kräfte vernichteten daraufhin mindestens zehn „syrische oder iranische“ Fla-Batterien.

     Aus strategischer Sicht sei den Israelis die Idee der militärischen Stärkung des Iran nicht genehm. Denn: Teheran sei nicht vom außenpolitischen Kurs des Imam Khomeini abgekommen, der die Führungsrolle in der muslimischen Welt angestrebt und das historische Recht auf die Existenz des „zionistischen Staates“ geleugnet habe, erläutert Girard.

    Der Journalist bezeichnet diese Situation als „absurd“ und „künstlich“, weil es zwischen den Persern und den Juden niemals eine Feindschaft gegeben habe. Nach dem Zwischenfall habe Israels Premier Benjamin Netanjahu den russischen Präsidenten Wladimir Putin angerufen und ihn gebeten, auf die Iraner einzuwirken, damit sie ihre militärische Verstärkung in dem an Israel angrenzenden syrischen Gebiet einstellten, so Girard.

    Die Regierung Netanjahu sei bemüht, den ständigen Kontakt zu Russland aufrechtzuerhalten, denn sie habe begriffen, dass im Nahen Osten heute kaum eine Lösung ohne Moskau getroffen werden könne, so der Autor. Seiner Meinung nach täte Frankreich vernünftig daran, zu diesem Schluss zu kommen.

    Girard nennt vier Punkte, in denen die Interessen Frankreichs und Russlands im Nahen Osten übereinstimmen. Erstens: der sunnitische Dschihadismus sei der Hauptfeind für alle; zweitens: Moskau und Paris fühlten sich verpflichtet, die Christen im Osten in Schutz zu nehmen; drittens: die Ansichten Russlands und Frankreichs in Bezug auf die Kurden-Frage und die Bildung eines unabhängigen Kurdenstaates ähnelten einander; viertens: Russland und Frankreich wollten das Atomabkommen mit dem Iran, das die US-Administration von Donald Trump zu sabotieren versuche, beibehalten.

    Laut Girard kann man im Nahen Osten nicht ohne Moskau auskommen, das Ankaras „Paranoia“ hinsichtlich der Kurden „besänftigen“ und die  Israel-feindliche Position Teherans mildern könne.

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    Tags:
    Lösung, Imam Khomeini, Renaud Girard, Benjamin Netanjahu, Wladimir Putin, Naher Osten, Israel, Iran, Syrien, Frankreich, Russland
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