11:32 18 Februar 2018
SNA Radio
    US-Botschaft in Havanna (Archivbild)

    Hirnschäden bewiesen: Neues im Rätsel um „Schall-Angriff“ auf US-Diplomaten in Kuba

    © AP Photo/ Ramon Espinosa
    Politik
    Zum Kurzlink
    71141

    Bei den Mitarbeitern der US-Botschaft in Havanna haben Ärzte laut der Fachzeitschrift „Journal of American Medical Association“ Hirnschäden festgestellt. Das Rätsel um die mysteriösen angeblichen „akustischen Angriffe“ bleibt ungelöst.

    21 Mitarbeiter der Botschaft wurden demnach ärztlich untersucht. Sie sollen zuvor in ihren Häusern und Hotels einer „Ton- und Sensorerscheinung“ gezielt ausgesetzt worden sein.

    „Wenn man einen dieser Patienten in eine Klinik für Hirnschäden bringen würde, ohne seine Vorgeschichte zu kennen, könnte man meinen, dass er sich bei einem Autounfall oder einer Explosion beim Militär eine Verletzung des Gehirns zugezogen hat“, wird einer der Autoren der Studie, Professor Randel Swanson von der University of Pennsylvania, zitiert.

    Das sehe wie eine Gehirnerschütterung ohne die eigentliche Erschütterung aus. Dabei wiesen laut ihm die Patienten keine erkennbaren Kopfverletzungen auf, mit denen ihre Symptome erklärt werden könnten.

    Die Botschaftsmitarbeiter beschweren sich über Sicht- und Schlafstörungen sowie Kopfschmerzen. Bei drei von ihnen wurde laut der Zeitschrift außerdem eine starke bzw. gemäßigte Verschlechterung des Gehörs festgestellt. Die Patienten sollen angegeben haben, vor dem Auftreten dieser Symptome einen sonderbaren scharfen Laut und eine Vibration wahrgenommen zu haben.

    Neurologie-Professor Douglas Smith ist nicht der Meinung, dass ein Laut dafür verantwortlich ist: „Wir gehen davon aus, dass das Geräusch die Folge irgendeiner Einwirkung war, weil Geräusche normalerweise von allein keine Hirnschäden verursachen.“

    Seit Ende 2016 lassen die vermeintlichen „akustischen Attacken“ auf die Mitarbeiter der US-Botschaft in Havanna Fachkräfte sowie Laien rätseln. Viele fragen sich: Hat Kuba etwa eine bisher unbekannte akustische Waffe entwickelt? Oder waren das etwa die Russen? Oder ein anderes Land, mit dem die USA nicht auf gutem Fuß stehen?

    Das FBI konnte für die Existenz einer solchen Geheimwaffe jedoch keinen Beweis finden. Einige Experten sind überzeugt, dass es sich hier lediglich um einen Fall von Massenhysterie handelt.

    Zuvor hatte AP eine Aufnahme des Geräusches veröffentlicht, das die Angestellten der Botschaft gehört haben sollen. Es erinnert an das Geräusch, das Heuschrecken von sich geben. Laut einer der Theorien könnten genau diese Insekten schuld sein. Doch der Biologe Allen Sanborn von der Barry University klärt auf: „Eine Heuschrecke würde einem nicht schaden, es sei denn, man steckt sie einem direkt ins Ohr.“

    Haben Sie einen Account in den sozialen Netzwerken? Werden Sie Fan unserer Facebook- und Instagram-Seite!

    Tags:
    Gehirn, Angriff, Kuba, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren