12:19 09 Dezember 2019
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    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg

    Nato-Chef Stoltenberg für Dialog mit „entschlossenem Russland“ – EXKLUSIV

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    Münchner Sicherheitskonferenz 2018 (24)
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    Russland bleibt im Visier der Nato, obwohl das westliche Militärbündnis derzeit keine spezielle Bedrohung gegen sich sieht. Das hat Nato-Generalsekretär Stoltenberg gegenüber Sputnik während einer Pressekonferenz auf der Münchner Sicherheitskonferenz erklärt. Dennoch bleibt laut ihm der gemeinsame Dialog das Ziel.

    „Wir sehen im Moment keine immanente Bedrohung, die gegen ein Nato-Mitglied gerichtet sein könnte, aber wir sehen ein mehr und mehr entschlossenes Russland.“ Das sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag in München gegenüber Sputnik. Er beantwortete damit unter anderem die Frage, ob und inwiefern das westliche Militärbündnis in der Russischen Föderation eine Gefahr für die globale Sicherheit erkenne.

    Stoltenberg erklärte kurz vor dem offiziellen Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz: „Was wir speziell seit 2014 beobachten, ist ein entschlossenes Russland, das bereit ist, militärische Mittel gegen seine Nachbarn einzusetzen.“ Er sprach erneut von einer Intervention Russlands in der Ost-Ukraine. „Außerdem stehen russische Truppen in Georgien und Moldawien.“

    Deshalb müsse die Nato so reagieren, wie sie es derzeit tue. „Wir verstärken unsere Präsenz und unsere Truppen bei unseren östlichen Partnern.“ Stoltenberg verwies auf Polen und das Baltikum. Zudem versuche die Nato aktuell, ihre Mitglieder dazu zu bringen, „mehr in Verteidigung zu investieren.“ Das sei angesichts der aktuellen Sicherheitslage unabdingbar.

    „Wir reagieren“, so der Nato-Chef, „aber wir reagieren in einer angemessenen Art und Weise. Denn wir wollen ein Wettrüsten, einen erneuten Kalten Krieg vermeiden.“ Das Bündnis strebe einen Dialog mit Moskau an, obwohl es zwischen 2014 und 2016 keine Treffen mehr im Nato-Russland-Rat gegeben habe. „Wir arbeiten an einem Dialog mit Russland. Uns gelang es seit 2016, bereits sechs Treffen dieser Art durchzuführen.“

    „Hier auf der Konferenz werde ich auch den russischen Außenminister Sergej Lawrow sprechen“, kündigte Stoltenberg an. Das gehöre zum angestrebten Nato-Russland-Dialog. „Gespräche sind immer wichtig. Aber angesichts der derzeitigen, angespannten Situation sind Gespräche sogar noch wichtiger.“

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    Außenminister, Konfliktlösung, Wettrüsten, Dialog, Eskalation, Politik, Streitkräfte, Armee, Interview, Moskauer Sicherheitskonferenz, NATO, Jens Stoltenberg, Sergej Lawrow, München, Bayern, Deutschland, Russland, Ukraine