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    US-Armee Übungen in Australien (Archiv)

    Warnschuss für die Welt: USA finden China und Russland gefährlicher als Terror

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / australia
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    Die Vereinigten Staaten wissen jetzt, dass der internationale Terrorismus ihre Sicherheit und ihren Wohlstand nicht gefährdet. Offenbar glaubt in Washington niemand mehr, dass mit dem Terror zusätzliche Milliarden für Rüstung zu rechtfertigen sind. Da braucht es schon mächtigere Gegner.

    Wie unwichtig es doch ist, dass ein Land bereits mit über 20 Billionen US-Dollar verschuldet ist, wenn seine Eliten fordern, noch mehr Geld für Rüstung auszugeben. Gut, dass es ein altbewährtes Mittel gibt, Staatsschulden loszuwerden: den Krieg – ein Mittel, das die USA, das muss man schon sagen, perfekt beherrschen.

    Der Anlass, noch mehr Geld für Waffen und Ausrüstung zu fordern, sind für das Pentagon – Sie ahnen es bestimmt – Russland und China. Diese beiden Länder werden im gleichen Atemzug mit Nordkorea und Iran genannt, wenn Washington von „Störenfrieden“ spricht, die die Vereinigten Staaten an ihrem „ruhigen Dasein“ (ihrer globalen Übermacht) hindern wollen.

    Siegestag-Parade auf dem Roten Platz in Moskau (Symbolbild)
    © AFP 2019 / KIRILL KUDRYAVTSEV
    Das US-Verteidigungsministerium hat den Kongress darum gebeten, die Rüstungsausgaben im nächsten Jahr um 80 Milliarden Dollar zu erhöhen – auf rund 690 Milliarden. Das ist mehr Geld, als alle anderen Top-10-Länder mit den stärksten Armeen der Welt zusammen für Rüstung und Verteidigung aufbringen.

    Nur mit dem Terror lässt sich dieser Geldhunger des Pentagons nicht rechtfertigen. Mit dem nordkoreanischen Atomprogramm auch nicht. Das US-Verteidigungsministerium braucht größere Bedrohungen. China und Russland sind wie gemacht dafür, zumal ihre Armeen zu den stärksten drei auf dem Globus zählen. Ein würdiger Gegner.

    Mit Zustimmung der Kongressabgeordneten kann das Pentagon wohl rechnen – Falken gibt es da zu Genüge. Die Unterstützung des Präsidenten ist dem Verteidigungsministerium bereits sicher: In seiner letzten Rede vor dem Kongress bezeichnete Donald Trump Russland und … Nordkorea als Gegner, die eine Herausforderung für die Werte und Interessen der Vereinigten Staaten darstellten.

    Mit den Werten meinte der US-Staatschef offensichtlich die Überlegenheit über alle anderen Völker, die den Vereinigten Staaten so lieb und teuer ist. So teuer, dass Trump den Kongress um mehr Geld für die US-Armee ersuchte als das bescheidene Pentagon: 716 Milliarden nämlich.

    Im Großen und Ganzen ist die Sache auch klar: Trump hatte hoch und heilig versprochen, die Industrie seines Landes wiederaufzubauen und Millionen von Arbeitsplätzen zu schaffen – rund 200.000 sind letztes Jahr tatsächlich entstanden, hauptsächlich, so muss man annehmen, wegen der Rüstung.

    Klar ist auch, dass die Rüstungsindustrie der Vereinigten Staaten ein sehr einflussreiches Geflecht ist. Es verfolgt seine eigenen Interessen. Nur leiden darunter oftmals Menschen, die von den USA sehr weit weg sind. Und sie müssen sich, wie es aussieht, auf neue Heimsuchungen einstellen. Donald Trump hat versprochen, die US-Armee werde so stark sein „wie nie zuvor“, und „das Arsenal nahezu aller Waffen“ werde aufgestockt.

    Konkreter wurde Trumps Bediensteter, der Vize-Verteidigungsminister David L. Norquist. Er sagte, der Terror sei überhaupt keine Gefahr für die Sicherheit und den Wohlstand der Vereinigten Staaten. Die Hauptgefahr sei die Konkurrenz zwischen den Weltmächten.

    Damit ist wohl alles gesagt, nach dem Motto: Das mit dem Terrorismus sei vorbei, man müsse Wichtigeres angehen. Also begründet Washington seinen riesigen Geldhunger mit altbekannten Propagandafloskeln: Peking und Moskau würden die Welt ihrem autoritären Modell entsprechend umgestalten wollen und hegemoniale Absichten hegen. Außerdem würden die Beiden wichtige internationale Initiativen blockieren.

    Da haben die US-Politiker ausnahmsweise mal Recht: Manche UN-Resolutionen blockieren Russland und China in der Tat – und zwar diejenigen, die der Welt keinen Frieden bringen, sondern allein westliche Interessen bedienen.

    Was besonders beunruhigt, ist übrigens, dass die USA nicht nur ihrer Armee mehr Geld geben wollen, sondern dass sie gleichzeitig ihren Diplomaten die Mittel kürzen – so sieht es der Haushaltsentwurf des Weißen Hauses vor.

    Soll die Diplomatie etwa schweigen, damit endlich die Kanonen sprechen können? Wenn die neue Außenpolitik der Vereinigten Staaten in dieser Formel ihren Ausdruck findet, dann bleibt der Welt ein weiteres großes Übel nicht erspart.

    Sergej Iljin für „Sputniknews“

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    Tags:
    Terrorismus, Bedrohungen, Ausgaben, Rüstung, Geld, Pentagon, China, Nordkorea, Russland, USA