19:32 13 Dezember 2018
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    Kampfjet neuer Generation für Indien – Kauf bei Russland oder USA?

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    Da China an Kampfjets neuer Generation bastelt, braucht sein regionaler Rivale Indien ebenfalls solche Maschinen, erläutert ein russischer Experte. Das Importangebot scheint nicht so breit zu sein: Entweder wollen die Inder mit Russland oder mit den USA einen Liefervertrag schließen. Wen werden sie bevorzugen?

    In einem Kommentar für die Zeitung „Iswestija“ schreibt Analyst Ilja Kramnik: „Die neueste Geschichte der indischen Luftwaffe ist eine Aufeinanderfolge von Versuchen, ein Lieferungs-Monopol zu vermeiden: In den maßgeblich wichtigen Kampfjet-Klassen erwirbt Indien seit den 1970er Jahren fleißig Maschinen konkurrierender Hersteller mit ähnlichen Parametern und Funktionen.“

    Einst habe Indien beispielsweise sowjetische MiG-23- und französisch-britische Jaguar-Kampfjets parallel ausgewählt. Später seien französische Mirage-2000- und sowjetische MiG-29-Maschinen parallel gekauft worden, hieß es.

    „Auch jetzt hält Indien an seiner Politik der Diversifizierung fest, doch in den nächsten Jahren bekommt seine Luftwaffe wahrscheinlich neben traditionellen europäischen und russischen Maschinen auch Kampfjets aus US-amerikanischer Produktion“, prognostiziert Kramnik.

    Wie er erläutert, braucht Indien derzeit nicht nur preiswerte Kampfjets, die massiv geliefert werden könnten, sondern auch moderne und folglich teure Maschinen, die in der Lage wären, eine „qualitative Luftüberlegenheit über den Hauptrivalen (und das ist China) zu sichern“.

    China entwickelt bereits Kampfjets der 5. Generation – dies erfordert von den Indern laut Kramnik eine entsprechende Reaktion bei der Modernisierung ihrer eigenen Luftwaffe; Indien braucht also ebenfalls Maschinen dieser neuen Generation.

    Der Analyst schreibt weiter, ursprünglich sei das gemeinsame russisch-indische Entwicklungsprojekt FGFA auf Su-57-Basis in Betracht genommen worden. Die einzige Alternative dazu sei die amerikanische F-35A.

    Ein offensichtlicher Vorteil des russischen Angebots sei ein deutlich größeres Volumen von Technologietransfer: „Den F-35-Kampfjet werden die USA an Indien kaum anders liefern als ‚Baukasten fertiggebauter Aggregate‘, der dann durch einige indische Subsysteme ergänzt werden soll.“

    Dies gehe nicht so sehr auf die mangelnde Bereitschaft der USA zurück, ihr Know-how mit Indien zu teilen, sondern auf rein technische Schwierigkeiten, die der indische Flugzeugbau bei dem Versuch erleben würde, eine eigene F-35-Produktion in die Wege zu leiten, so Kramnik.

    Aus seiner Sicht wäre es am wahrscheinlichsten, dass Indien in den nächsten Jahren zwei Verträge unterschreibt, um sowohl F-35- als auch FGFA-Maschinen zu kaufen sowie entsprechende heimische Produktionskapazitäten zu bekommen (wobei deren Umfang bei der Kooperation mit Russland und mit den USA unterschiedlich sein werden).

    Eigentlich tüftelt Indien im Rahmen des Projekts AMCA an seinem eigenen Kampfjet der 5. Generation – diese mittelschwere Maschine könnte laut dem ursprünglichen Plan als Ergänzung für die schwerere FGFA zum Einsatz kommen, doch der Analyst sieht schwarz für dieses Projekt und schließt nicht aus, dass die Inder es stattdessen eben mit einer heimischen F-35-Produktion versuchen werden.

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    Tags:
    Technologien, Kauf, Vergleich, Rüstungsindustrie, Kampfjets, Su-57, F-35, Indien, USA, Russland