21:52 18 Dezember 2018
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    Justin Trudeau

    „Fake-Inder“: Spott und Hohn für Kanadas Premier auf Mode-Trip… äh Indien-Reise

    © REUTERS / Remo Casilli
    Politik
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    Während ihres einwöchigen Besuchs in Indien haben der kanadische Premier Justin Trudeau und seine Familie wahrlich von sich reden gemacht. Doch nicht etwa durch politische Auftritte, wie man meinen könnte, sondern durch die Versuche, sich mit traditioneller indischer Kleidung anzupassen. Die gut gemeinte Aktion ging jedoch nach hinten los.

    Dass Trudeau mit seiner gewagten Kleidungswahl oft Aufsehen erregt, ist mittlerweile nichts Neues. Man denke da nur an seine „Socken-Diplomatie“. Nun musste er jedoch harte Kritik einstecken. Die Kleiderwahl des Premiers und seiner Familie in Indien gefiel offenbar nur wenigen. Wohin sie auch gingen, stets waren sie in traditionellen, bunten Gewändern gekleidet. Auf Twitter wurde der Versuch der kulturellen Anpassung heiß diskutiert.

     

    Eine Nutzerin hält Trudeaus Outfits für „fake und nervig“.

    „Wer hat Justin Trudeu dazu geraten, sich auf dem Event in Mumbai wie ein Bräutigam anzuziehen? Es scheint, als hätten lediglich ein Pferd und Sehra (indische Kopfbedeckung – Anm. d. Red.) gefehlt“, kommentierte eine andere Userin.

    ​„Zu Ihrer Information: Wie Inder kleiden uns nicht jeden Tag so, nicht mal in Bollywood“, klärte Omar Abdullah, früherer Ministerpräsident des indischen Bundesstaates Jammu und Kaschmir, auf.

    ​Doch was die Netzwelt offenbar so richtig unangenehm berührt hat, war nicht einmal Trudeaus Outfit-Wahl bei einem Treffen mit Bollywood-Größen wie Amir Khan, der sich im Gegensatz zu Kanadas Premier für ein schlichtes schwarzes Oberteil entschied. Es war hingegen Trudeaus Tanzeinlage zu Trommelmusik, bei der vielen die Kinnlade herunterklappte und die dieser Clip zeigt:

    ​„Kann ihm jemand sagen, dass Inder nicht so leben, als wären sie 24 Stunden am Tag an einem Bollywood-Set?“, so ein User

    „Jemand sollte ihn alle zehn Minuten daran erinnern, dass er Premier ist“, forderte ein anderer Nutzer.

    ​„Das ist nicht Multikulturalismus. Das ist der Wunsch, so berühmt wie zu sein ein Rockstar“, lautet ein weiterer Kommentar.

    Auch aus seinem Heimatland hagelt es Spott und Hohn:

    „So peinlich. Kannst du dir vorstellen, dass ein Würdenträger nach Kanada kommt und dabei einen kanadischen Smoking trägt und Neufundländer Jig tanzt?“, schreibt eine Kanadierin.

    Und einer fragt ihn direkt: „Justin Trudeau, meinen Sie das ernst? Versuchen Sie etwa eine Rolle in einem Bollywood-Film zu bekommen?“

    ​„Im Namen aller Kanadier entschuldige ich mich für sein Verhalten in seinem Urlaub. Seine kulturelle Aneignung und sein peinliches Benehmen lassen uns alle erschaudern“, schrieb ein Landsmann des Premiers.

    ​Der einzige politische Punkt auf Trudeaus Agenda in Indien war eine Unterredung am Freitag mit seinem indischen Kollegen Narendra Modi.

     

     

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    Tags:
    Kleidung, Spott, Mode, Amir Khan, Narendra Modi, Justin Trudeau, Kanada, Indien