11:21 20 Juni 2018
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    Donald Trump und Kim Jong-un (Symbolbild)

    Pjöngjang zu Gesprächen mit Washington bereit – Medien

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    Politik
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    Die nordkoreanische Delegation soll am Sonntag am Rande der Abschlussfeier der Olympischen Spiele in Pyeongchang bekundet haben, die Führung in Pjöngjang sei zu Gesprächen mit Washington bereit. Das berichtet die US-Zeitung „The Washington Post“ (WP) unter Berufung auf das Blaue Haus, den Sitz des südkoreanischen Staatspräsidenten Moon Jae-in.

    Pjöngjang habe zugestimmt, dass die Beziehungen zwischen den zwei koreanischen Staaten gemeinsam mit denen zwischen Nordkorea und den USA verbessert werden sollten, teilte das Blaue Haus nach dem einstündigen Treffen von Südkoreas Präsident Moon Jae-in und dem hohen nordkoreanischen General Kim Yong-chol am Rande der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang mit.

    In der Mitteilung war laut WP jedoch keine Rede vom nordkoreanischen Atomprogramm oder davon, ob das Thema der Denuklearisierung bei möglichen Gesprächen zwischen Pjöngjang und Washington behandelt werden solle.

    „Aber immerhin ist das das erste Zeichen der Bereitschaft Nordkoreas seit Jahren, und es kommt zu einer Zeit, in der die Trump-Administration Offenheit für Gespräche ohne Vorbedingungen signalisiert“, schreibt die Zeitung.

    Südkoreas Präsident machte nach Angaben des Blauen Hauses bei seinem Treffen mit General Kim auf die Dringlichkeit der Dialogführung zwischen Nordkorea und den USA aufmerksam, um die Probleme auf der Korea-Halbinsel zu lösen und die Beziehungen zwischen den beiden Koreas zu verbessern. Daraufhin habe die nordkoreanische Delegation eben bekundet, dass ihre Führung in Pjöngjang zu Gesprächen mit Washington bereit sei.

    Spekulationen über Treffen noch während Olympia

    Neben Moon und Kim war auch die Tochter und Beraterin des US-Präsidenten, Ivanka Trump, bei der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele am Sonntag. Sie nahm auf der Ehrentribüne neben dem südkoreanischen Staatschef und dessen Frau Platz. General Kim saß laut WP eine Reihe dahinter.

    Südkoreanische Medien spekulieren indes über einen möglichen Kontakt zwischen nordkoreanischen und US-Vertretern noch am Rande der Olympischen Spiele. In den Delegationen der USA und Nordkoreas gebe es hohe Beamte, die mit dem Atomkonflikt betraut seien. Auf der nordkoreanischen Seite sei das Choe Kang II, Vizedirektor für US-Angelegenheiten im Außenministerium in Pjöngjang, auf der Gegenseite Allison Hooker, die für Korea verantwortliche Vertreterin des Nationalen Sicherheitsrates der USA. Hooker soll wiederum Kim Yong-chol persönlich kennen, noch von einem Besuch in Pjöngjang im Jahr 2014, als dieser Chef des Auslandsgeheimdienstes war.

    Laut WP waren weder Choe noch Hooker während der Abschlussfeier zu sehen. Von US-Seite habe es jedoch geheißen, dass keine Treffen angesetzt seien.

    Einladung nach Pjöngjang

    Südkoreas Präsident empfing Kim Yong-chol am Sonntag vor der Abschlusszeremonie in Pyeongchang, wie das Blatt ausführt. Der heutige Vizevorsitzende des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei soll vier Tage in Südkorea bleiben. Nach südkoreanischen Angaben ist der General derzeit für die innerkoreanischen Beziehungen verantwortlich.

    Vor zwei Wochen hatte die Schwester des nordkoreanischen Staatsoberhauptes Kim Jong-un, Kim Yo-jong, bei ihrem Besuch zur Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele ein Geheimtreffen mit dem US-Vizepräsidenten Mike Pence in Seoul in letzter Minute platzen lassen, wie das Weiße Haus später mitteilte.

    Laut WP wird erwartet, dass der General Kim Yong-chol nun die auch damals übermittelte Einladung an Moon nach Pjöngjang bekräftigen werde.

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    Tags:
    Dialog, Atomprogramm, Beziehungen, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Mike Pence, Kim Yo-jong, Choe Kang II, Allison Hooker, Kim Yong-chol, Kim Jong-un, Moon Jae-in, Donald Trump, Ivanka Trump, Washington, USA, Pjöngjang, Nordkorea, Pyeongchang, Seoul, Südkorea
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