19:00 14 November 2018
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    Das russische Außenministerium

    Russische Kokain-Diplomatie? Moskau dementiert

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    Russlands Vizeaußenminister, Sergej Rjabkow, hat die Berichte einiger Medien über Drogen in der russischen Botschaft in Argentinien als einen Informationseinwurf bezeichnet und erklärt, wie Kokain auf das Territorium der Botschaft gelangen konnte. Er hat auch Details einer gemeinsamen Operation der Geheimdienste Russlands und Argentiniens enthüllt.

    „Jene Informationseinwürfe, die es am Wochenende zu verschiedenen Aspekten dieser Sache gab, verfolgen nach meiner Ansicht ein Ziel: Und zwar, vom Wesentlichen abzulenken und Schatten auf die Arbeit zu werfen, die in diesem schwierigen und ungewöhnlichen Fall durchgeführt worden war“, sagte Rjabkow am Montag in einer Tagung des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates (Parlamentsoberhaus).

    Am Samstag hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, Berichte zurückgewiesen, dass für den Transport von Rauschgift aus Argentinien angeblich Diplomatengepäck genutzt worden war. Sie betonte, dass der festgenommene technische Mitarbeiter keinen Diplomatenpass und keinen Zugang zum Diplomatengepäck gehabt hätte.

    Rjabkow enthüllte Details der Operation. Die Tatsache bestand laut ihm darin, dass einer der ehemaligen technischen Mitarbeiter der russischen Botschaft in Buenos Aires in einem Keller in der Schule bei der Botschaft ein Ladegut deponiert hatte. Er soll angenommen haben, dieses Ladegut später nach Russland überstellen zu können.

    „Der Botschafter und das Personal zeigten sich wachsam. Eine entsprechende Überprüfung wurde durchgeführt, bei der festgestellt wurde, dass in den Packungen Suchtmittel enthalten war. Danach schalteten sich in dem Fall unsere Dienste ein, die von Anfang an in engem Kontakt mit den argentinischen Kollegen standen. Dann wurden Fahndungshandlungen ergriffen“, so der Vizeaußenminister.

    Die nächste Etappe war laut Rjabkow eine sogenannte „kontrollierte Lieferung“, als statt einer realen Ladung Attrappen nach Russland geliefert wurden. Dabei wurden an dem Verfahren beteiligte Menschen festgenommen.

    Zuvor hatte die argentinische Sicherheitsministerin, Patricia Bullrich, mitgeteilt, die Geheimdienste Russlands und Argentiniens hätten die Lieferung von 389 Kilogramm Kokain nach Moskau verhindert. Einige Menschen waren festgenommen worden, unter anderem ein argentinischer Polizist und ein Russe. Die russische Botschaft in Buenos Aires soll den argentinischen Behörden im Dezember 2016 den Drogenfund in einem Nebengebäude der Botschaft gemeldet haben.

    Im Rahmen einer gemeinsamen verdeckten Operation hatten Geheimdienste beider Länder das Kokain heimlich gegen Mehl ausgetauscht und die Koffer mit Ortungsgeräten versehen.

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    Tags:
    Festnahme, Zusammenarbeit, Drogen, Antidrogenoperation, Geheimdienste, Botschaft, Außenministerium Russlands, Maria Sacharowa, Sergej Rjabkow, Argentinien, Russland