02:38 15 November 2018
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    Kampfjet Su-57 (Archiv)

    Syrien: Testet Russland Super-Kampfjet Su-57 unter realen Kriegsbedingungen?

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    Ende der vergangenen Woche ist bekannt geworden, dass Russland mehrere Kampfjets Su-57 der fünften Generation nach Syrien verlegt hat. Laut inoffiziellen Angaben befinden sich vier Maschinen dieses Typs auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim. Die Frage ist, welches Ziel Moskau damit verfolgt, schreibt die Online-Zeitung Gazeta.Ru am Dienstag.

    Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, wurden in Syrien bislang 215 verschiedene Waffenarten eingesetzt. Dabei seien insgesamt 72 Defekte bzw. Mängel entdeckt worden, die zu 99 Prozent bereits beseitigt worden seien.

    Su-57 (Archiv)
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    Es sieht danach aus, dass jetzt der Kampfjet fünfter Generation an der Reihe ist. Einerseits ist offensichtlich, dass man über die Kampfeigenschaften einer Waffe erst nach dem Einsatz unter richtigen Kriegsbedingungen urteilen kann. Andererseits aber warnen manche Experten, dass man dies nicht tun sollte, denn erstens wurde die Su-57 selbst auf dem Territorium Russlands nur teilweise getestet und nicht einmal in die Bewaffnung der russischen Luftstreitkräfte aufgenommen, und zweitens würde ihr Einsatz in Syrien bedeuten, dass alle Eigenschaften des neuesten Flugzeugs allen Interessenten, vor allem den USA, auf einmal bekannt werden würden.

    Laut einigen Quellen will man in Syrien die Radartechnik der Su-57 testen. Allerdings sollte man bedenken, dass die Aufgaben, die dort vor der russischen Luftwaffe stehen, auch ältere Technik erfolgreich erfüllen kann, und ob man zu diesem Zweck den potenziellen Gegnern die technischen Eigenschaften der neuesten Waffen quasi mitteilen muss, ist eine durchaus gerechtfertigte Frage.

    Hinzu kommt die Frage, wie konkret die Su-57-Maschinen den russischen Luft- und Weltraumtruppen im Kampf gegen die Terroristen in Syrien helfen könnten. Sie könnten natürlich Bomben- bzw. Raketenschläge gegen deren Stellungen versetzen. Aber muss Russland wirklich sehr kostspielige lenkbare Luft-Boden-Raketen einsetzen, um die Objekte der Terroristen zu vernichten? Viele Militärexperten beantworten diese Frage negativ. Denn dafür sind auch die älteren Schlachtflugzeuge Su-25 geeignet, wie auch die „üblichen“ und relativ billigen Bomben OFAB-250-270 oder NURS S-8.

    Manche Experten glauben, dass Moskau mit der Verlegung der Su-57-Maschinen nach Syrien quasi auf einen Flug von US-amerikanischen Stealth-Flugzeugen geantwortet hätte. Aber man sollte bedenken, dass im Nahen Osten schon seit 2013 US-amerikanische Kampfjets fünfter Generation (F-22) stationiert sind, und deshalb ist diese Version kaum überzeugend.

    Im Pentagon erklärte man bereits, die russischen Su-57-Maschinen würden keine Rolle für den Verlauf des Einsatzes der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition spielen. Das hat tatsächlich eine gewisse Logik, denn Russland hat nicht die Absicht, einen großen Krieg gegen die Amerikaner im Nahen Osten zu verursachen. Und es ist so gut wie unmöglich, dass die russischen Su-57 am syrischen Himmel gegen die „Amerikaner“ F-22 kämpfen würden.

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    Terroristen, Rüstung, Jets, Kampfeinsatz, F-22, Su-57, IS, USA, Syrien, Russland