16:08 22 April 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im Rahmen der Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft-Gipfel

    USA: Putin plädiert für Kooperation und verspricht Blitz-Antwort auf Atomangriff

    © Sputnik / Michail Klimentjew
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    In seiner Ansprache an die Föderale Versammlung hat Russlands Präsident Wladimir Putin für die Entwicklung der Zusammenarbeit mit den USA und der EU plädiert. Gleichzeitig hat er seine Besorgnis über die US-Nuklearstrategie geäußert und eine „augenblickliche“ Antwort auf einen atomaren Angriff gegen Russland versprochen.

    „Wir sind an einer normalen und konstruktiven Zusammenarbeit mit den USA und mit der EU interessiert. Wir rechnen damit, dass der gesunde Verstand Überhand nehmen wird, und unsere Partner eine ehrliche und gleichberechtigte Zusammenarbeit wählen werden. Obwohl unsere Positionen in manchem nicht übereinstimmen, bleiben wir dennoch Partner, denn wir müssen zusammen auf schwierigste Herausforderungen antworten, die allgemeine Sicherheit gewährleisten und die zukünftige Welt bauen, die zunehmend vernetzt wird und wo Integrationsprozesse aktiv an Dynamik gewinnen“, so Putin.

    Der russische Präsident betonte, Russlands Politik werde nie auf der Idee von Ausschließlichkeit basieren.

    Putin kritisierte jedoch scharf die US-Außenpolitik, unter anderem die Entwicklung des globalen US-Raketenabwehrsystems.

    „In Alaska und in Kalifornien gibt es bereits Flugabwehrsysteme, nach der Nato-Osterweiterung sind in Osteuropa zwei Raketenabwehrzonen entstanden: In Rumänien ist sie bereits etabliert und in Polen endet bald die Stationierung. Die Flugweite der Raketenabwehrraketen wird wachsen, es ist geplant, sie in Japan und in Südkorea zu stationieren“, sagte der russische Staatschef.

    „Zu dem globalen US-Raketenabwehrsystem gehört auch eine Marinegruppierung – fünf Kreuzer und 30 Zerstörer, die, soweit wir wissen, in den Gebieten in greifbarer Nähe zum Territorium Russlands stationiert werden.“

    Russland sei außerdem über die neue US-Nuklearstrategie besorgt, so Putin, denn dort werde festgestellt, dass die USA Atomwaffen als Antwort auf die Anwendung von konventionellen Waffen oder auf eine Cyber-Bedrohung einsetzen könnten.

    Außerdem werde Moskau jeden Einsatz von Atomwaffen gegen Russland oder gegen seine Verbündeten als Angriff bewerten.

    „Jeden Einsatz von Atomwaffen gegen Russland oder gegen seine Verbündeten kleiner, mittlerer und welcher Art von annehmbarer Macht auch immer werden wir als nuklearen Angriff auf unser Land betrachten. Die Antwort wird augenblicklich und mit allen sich daraus ergebenden Folgen kommen“, unterstrich Putin.

    Er betonte, mit Rücksicht darauf, dass Russland neue Waffen entwickelt, werde die Nato-Annäherung an die russischen Grenzen aus militärischer Sicht absolut uneffektiv. Alle Arbeiten zur Stärkung der russischen Verteidigungsfähigkeit würden im Rahmen der internationalen Vereinbarungen durchgeführt. Die wachsende russische militärische Kapazität sei eine Garantie für die Erhaltung des Friedens, so der russische Präsident.

    Putins Ansprache an die Föderale Versammlung
    © Sputnik / Mikhail Klimentiew
    „Ich werde denjenigen, die in den vergangenen 15 Jahren versucht haben, ihre Waffen zu entwickeln, die versuchen, aus Russland einen einseitigen Vorteil zu ziehen, die versuchen, Beschränkungen und Sanktionen einzuführen, die aus völkerrechtlicher Sicht rechtswidrig sind, um die Entwicklung unseres Landes einzudämmen, auch im militärischen Bereich – denen werde ich Folgendes sagen: Was Sie mit dieser Politik verhindern wollten, ist bereits geschehen. Und es ist nicht gelungen, Russland einzudämmen.“

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    Tags:
    Sicherheit, Kritik, Außenpolitik, Kooperation, Atomangriff, Wladimir Putin, USA, Russland
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