05:28 21 November 2018
SNA Radio
    US-Raketenabwehr auf Alaska (Archiv)

    Verteidigungsminister vergleicht US-Raketenabwehr mit „löchrigem Regenschirm“

    CC BY 2.0 / The U.S. Army / alaska
    Politik
    Zum Kurzlink
    191475

    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat den entstehenden globalen Raketenschild der USA als einen „löchrigen Regenschirm“ bezeichnet. Damit kommentierte der Armeegeneral die heutige Ansprache von Präsident Wladimir Putin, bei der er eine ganze Reihe neuartiger, bisher öffentlich nicht bekannter strategischer Waffen präsentiert hat.

    „Alles, was heute in Polen und Rumänien, in Alaska entwickelt sowie in Südkorea und Japan zu Entwicklung geplant wird, dieser ‚Schutzschirm‘ des Raketenabwehrsystems, erweist sich als löchrig“, sagte Schoigu vor Journalisten.  

    Der Verteidigungsminister äußerte sein Erstaunen darüber, dass die USA für diesen „Schutzschirm“ bedeutende finanzielle Mittel aufwenden.

    Dabei merkte Schoigu an, die Entwicklung modernster Waffen helfe Russland, die Verstrickung in ein neues Wettrüsten zu vermeiden und seine Souveränität „auf Jahrzehnte hinaus“ zu gewährleisten.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag bei seiner Rede zur Lage der Nation erklärt, das neue russische Raketensystem „Avangard“ sei zu interkontinentalen Flügen auch in dichten Atmosphärenschichten fähig und könne die 20-fache Geschwindigkeit der Mach-Zahl erreichen.

    Nach Ansicht von Experten macht dieses System die US-Raketenabwehr, deren Geschwindigkeit nur fünf Mach entspricht, sinnlos.

    Russland entwickele die modernsten Waffensysteme in Antwort auf den Auf- und Ausbau der US-amerikanischen Raketenabwehr, so Putin. Russland habe lange Zeit versucht, die USA zu überreden, den ABM-Vertrag (Anti-Ballistic Missile Treaty, dt. Vertrag zur Begrenzung von ballistischen Raketen) nicht zu verletzen. Das Weiße Haus habe jedoch alle dahingehenden Vorschläge aus Moskau abgelehnt.

    Die USA sind 2002 vom Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme (ABM) mit Russland einseitig zurückgetreten und stellen seitdem Abfangraketen und Radaranlagen in Osteuropa auf – offenbar um russische Interkontinentalraketen abfangen zu können.

    Das amerikanische Raketenabwehrsystem in Europa soll die beiden bestehenden US-Raketenschirme auf Alaska und in Kalifornien verstärken. Russland besitzt nur einen strategischen Raketenschirm, der die Hauptstadt Moskau schützt.

    Die US-Pläne stoßen bei Russland auf Widerstand, weil die USA es ablehnen, rechtsverbindlich zu garantieren, dass der entstehende Raketenschirm nicht Russlands Atomraketen zum Ziel hat. In den vergangenen Jahren beteuerten Moskauer Politiker und Militärs jedoch, dass der amerikanische Raketenschild keine Chancen gegen neue russische Atomraketen hätte.

     

     

    Haben Sie einen Account in den sozialen Netzwerken? Werden Sie Fan unserer Facebook- und Instagram-Seite!

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Putin: Syrien-Einsatz zeigt gestiegene Möglichkeiten russischer Streitkräfte
    Putins Ansprache an die Föderale Versammlung
    USA wollen S-400-Kauf vereiteln: „Wahrscheinlich wird sich die Türkei trotzig zeigen“
    Schoigu lässt UN-Gesandtem für Syrien detaillierte Erklärung zu Ost-Ghuta zukommen
    Tags:
    Abfangrakete, Hauptstadt, Ansprache, Ausbau, US-Raketenabwehrsystem, Vertrag, Mittel, Antwort, Entwicklung, Interkontinentalrakete, Wettrüsten, ballistische Rakete, Politiker, Raketenschild, Souveränität, Waffen, ABM-Vertrag, Jahresbotschaft an die Föderalversammlung, Das Weiße Haus, Russisches Verteidigungsministerium, Sergej Schoigu, Wladimir Putin, Osteuropa, Kalifornien, Alaska, Rumänien, Japan, Südkorea, Polen, USA, Moskau, Russland