14:40 20 August 2018
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    Ost-Ghuta bei Damaskus

    „Verstärkter Brückenkopf“: Wie sich USA Lage in Ost-Ghuta zunutze machen wollen

    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Politik
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    Der syrische Militärexperte Hetham Hassun hat am Freitag in einem Gespräch mit Sputnik erläutert, warum US-amerikanische Medien auf der Seite bewaffneter Gruppen in Syrien sind und westliche Politiker gegen den Sturm der Stellungen der Terroristen in Ost-Ghuta auftreten.

    Laut dem Experten unterstützen die USA und westliche Länder nicht zum ersten Mal bewaffnete Terrorgruppierungen in Syrien. Nun aber würden die Amerikaner die Situation in Ost-Ghuta ausnutzen wollen, um Syrien und Russland unter Druck zu setzen und eigene politische und militärische Ziele zu erreichen.

    „Wir haben derartige Informations- und diplomatische Kampagnen zur Unterstützung von Extremisten schon vor der Befreiung Aleppos und Homs gesehen. Genau dasselbe erfolgt zurzeit in Ghuta. Die westlichen Länder trainieren Kämpfer, versorgen sie mit Waffen und allem Nötigen und unterstützen sie auch im Informationsfeld“, betonte Hassun.

    Wie er ausführte, wollen die Amerikaner aus Ghuta einen „verstärkten Brückenkopf“ für einen weiteren Druck auf das offizielle Damaskus machen. Dafür sollen Truppen zur Unterstützung aus dem von den USA besetzen Gebiet um at-Tanf verlegt werden.

    Im Falle des Erfolgs werde dies als effizientes Einflussinstrument dienen, weil sich die ganze Regierung in der syrischen Hauptstadt befindet.

    Dem Experten zufolge können sich die USA in die Operation in Ghuta nicht unmittelbar einmischen, da russische Luftabwehrsysteme den Luftraum über diesem Gebiet schützen. Zudem werde die syrische Armee ihre Offensive fortsetzen und letzten Endes die Terroristen daraus verdrängen.

    Westliche Medien verbreiteten Bilder aus Ost-Ghuta, verschwiegen aber zugleich die Situation in den Orten Fua und Kefraja, wo die Zivilisten unter langjähriger Belagerung leiden und sterben. 

    Dass die Lage in Ost-Ghuta sich trotz der UN-Resolution weiter zuspitzt, sagte am 26. Februar der Leiter des russischen Zentrums zur Versöhnung der Konfliktparteien in Syrien, Generalmajor Juri Jewtuschenko. Es seien mehrere Kampfgruppen, die die Feuerpausen missachten: Liwa al-Islam, Haiʾat Tahrir asch-Scham (hervorgegangen aus der Al-Nusra-Front) und Ahrar al-Scham. Diese Kräfte würden koordiniert vorgehen, unter gemeinsamem Oberkommando.

    „Dabei halten sie Geiseln, auch Frauen und Kinder. Und sie hindern friedliche Bürger daran, die gefährliche Enklave zu verlassen“, sagte Jewtuschenko.

    Nach Angaben des Versöhnungszentrums wird die syrische Hauptstadt weiterhin aus Granatwerfern beschossen – von dem Gebiet in Ost-Ghuta aus, das von Liwa al-Islam kontrolliert wird. Diese Terrormiliz hatte zuvor der Feuerpause zugestimmt. Innerhalb der letzten Wochen soll die Terrorgruppe über 200 Geschosse auf Damaskus abgefeuert haben. Vier Menschen sollen gestorben und 50 verletzt worden sein, darunter 16 Kinder.

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    Ahrar al-Scham, Dschabhat al-Nusra, Juri Jewtuschenko, Hetham Hassun, Russland, USA, Syrien
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