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    Frieren Russland zufleiß: Poroschenko zieht Wut der Ukrainer auf sich

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    Politik
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    Der jüngste Aufruf des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und des staatlichen Energieunternehmens „Naftogaz“ an die ukrainischen Bürger, die Heiztemperaturen in ihren Wohnungen „freiwillig“ zu senken, um damit Gas zu sparen, ist bei vielen Menschen in den sozialen Netzwerken übel aufgestoßen.

    Die Initiative löste auf der Facebook-Seite Poroschenkos heftige Reaktionen aus. Die meisten Kommentare waren wütend und enthielten oft Schimpfwörter.

    „Sieh mal an … Wir sollen sparen, er selbst aber wird für eine Woche auf die Malediven abhauen“, lautet der empörte Kommentar von Vasyl Hushovatyy.

    „Alle Politiker haben geschrien, dass wir auch ohne russisches Gas auskommen können, und nun kommt dieses Sparen. Und warum haben wir nach vier Jahren Konflikt mit den Russen keine Alternative zu ihrem Gas gefunden, obwohl man überall sagt, dass mit dem,Aggressor-Land‘ nicht gehandelt werden dürfe“, so der Nutzer Valentin Romantschenko.

    „Wir kaufen also Gas in Europa und sind schon seit einem oder zwei Jahren vollständig unabhängig, was die Energie anbelangt?“, wundert sich der Nutzer Miroslaw Melimuka.

    Der bekannte ukrainische Journalist Anatoli Scharij hat seine Landesleute aufgerufen, an dem „Flashmob“ Poroschenkos teilzunehmen – nur mit anderen Spielregeln.

    „Erhöht die Temperatur um zwei Grad in euren Wohnungen, Freunde. Ihr werdet mit Tarifen abgezockt, ihr bezahlt die Machenschaften, die diesen Ärschen einen eine halbe Million Dollar teuren Urlaub ermöglichen. Aber sie gehen noch weiter. Sie glauben, dass ihr Tiere seid. Und dass ihr noch ihretwegen frieren solltet“, schrieb Scharij auf seiner Facebook-Seite.

    „Bei Charkiw wohnen meine Schwiegermutter, Schwägerin und Neffe. Die Temperatur in der Wohnung beträgt 15 bis 16 Grad, sie haben kein Geld, um das Gas zu bezahlen“, so der Nutzer Sergej Obtscharenko.

    Nach dem jüngsten Gasstreit mit Russland hat Poroschenko am Freitag die Ukrainer aufgerufen, die Heiztemperaturen in ihren Wohnungen um ein Grad zu senken. So werde man das „von Russland ausgeheckte Szenario zum Scheitern bringen“.

    Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Freitag in Moskau die unverzügliche Auflösung eines noch bis 2019 gültigen Liefervertrages mit dem ukrainischen Versorger Naftogaz angekündigt. Vorstandschef Alexej Miller warf dem Stockholmer Schiedsgericht vor, die Ukraine bei seinen Urteilen bevorzugt zu haben.

    Das Schiedsgericht der Handelskammer Stockholm hatte am Mittwoch einer Klage des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz gegen den russischen Gaskonzern Gazprom stattgegeben und letzteren dazu verpflichtet, Naftogaz 2,56 Milliarden US-Dollar zu zahlen. Der russische Gaskonzern teilte mit, er sei mit der Entscheidung nicht einverstanden und werde seine Rechte mit allen gesetzlichen Mitteln schützen.

     

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    Tags:
    Heizung, Kälte, Streit, Wohnung, Gas, Russland, Ukraine