09:07 13 Dezember 2019
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    Kurdische Demo in Berlin

    „Deutsche Panzer raus aus Kurdistan!” – Kurdische Großdemonstration in Berlin

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    Politik
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    Mit über tausend Teilnehmern haben kurdische Organisationen am Samstag in Berlin eine Demonstration gegen die türkischen Militäraktionen in Nordsyrien durchgeführt. Dabei wurde auch zum Teil heftige Kritik an der deutschen Politik geübt. Unterstützt wurde die Demonstration von Vertretern der Linkspartei, der Grünen und der SPD.

    Die Polizei sprach von etwa 1000 Teilnehmern, die sich rund um den Neptunbrunnen zwischen Fernsehturm und Rotem Rathaus in Berlins Mitte versammelt hatten. Da sich dort aber weitere Demonstrationen aus dem Stadtgebiet vereinigten, kann von deutlich mehr als tausend Teilnehmern ausgegangen werden. Die Polizei war jedenfalls in einer Stärke aufgeboten, die eine entsprechend größere Zahl erwarten ließ.

    Allerdings ist das große Aufgebot der Staatsmacht bei Demonstrationen von kurdischen Organisationen regelmäßig auch deshalb besonders groß, weil die deutschen Behörden befürchten, auf solchen Aufmärschen werden verbotene Symbole der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK oder Bildnisse von PKK-Führer Abdullah Öcalan gezeigt. Der Sprecher des Antifa-Blocks auf der Demo verkündete auch ganz offen, dass diese Fahnen und Bilder gezeigt werden sollten, „ob euch das gefällt oder nicht.“ Mit „euch“ waren die Polizisten gemeint, die vom Sprecher als „Erfüllungsgehilfen“ des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bezeichnet wurden.

    Insgesamt aber verlief die Demonstration, die bei schönstem Sonnenschein, aber eisigen Temperaturen vom Alexanderplatz durch Berlins Mitte, am Reichstag vorbei, bis zum Brandenburger Tor führte, im Prinzip störungsfrei. Abgesehen von einigen Knallkörpern und Rauchbomben in den Farben der kurdischen Flagge, die kurzzeitig die Berliner Renommiermeile Unter den Linden in grünen, roten, gelben und schwarzen Nebel verhüllten.

    • Kurdische Demo in Berlin
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    Kurdische Demo in Berlin

    Ein Demonstrant, der aus Afrin stammt, aber derzeit in Osterburg lebt, erklärte Sputnik seine Motivation für seine Anwesenheit in Berlin:

    „Afrin ist unsere Stadt und seit eineinhalb Monaten gibt es Krieg bei uns, viele Kinder sind gestorben, viel zu viele. Wir machen heute eine große Demonstration hier in Berlin gegen den türkischen Staat und die türkische Regierung deswegen, hoffentlich können wir etwas für unsere Kinder in Afrin machen, weil wir Lebensmittel, Medizin und so weiter brauchen, hoffentlich finden die großen Staaten eine Lösung in Zukunft, das ist unser Traum.“

    Und zwei ältere Damen begründeten ihre Teilnahme an der Demonstration so:

    „Mich hat das wahnsinnig empört, als ich das gehört habe von den Angriffen gegen Afrin. Ich habe so viele Schülerinnen und Schüler, die Kurden sind, dass ich das nicht einfach gleichgültig angucken kann.“

    „Ich wohne in einem Bezirk, wo es eine ganz große kurdische Bevölkerung gibt, also Neukölln, da ist mir das Thema sehr nahe.“

    Berliner Touristen und Autofahrer registrierten den Demonstrationszug der Kurden mit geduldiger Aufmerksamkeit. Auf diversen Plakaten waren Parolen zu lesen wie: „Deutsche Waffen, deutsches Geld, morden mit in aller Welt“ oder „Panzer raus aus Kurdistan“.

    Stellungnahmen von Demonstrationsteilnehmern zum Nachhören:

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    Tags:
    Demonstration, Syrien, Kurdistan, Afrin, Deutschland