03:47 19 August 2018
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    Ankunft des Flugzeugträgers „USS Carl Vinson“ in Vietnam

    US-Flugzeugträger in Vietnam und „Cordon sanitaire“ gegen China

    © REUTERS / Kham
    Politik
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    Die Vereinigten Staaten arbeiten weiter darauf hin, eine Art Sicherheitsgürtel gegen China in Südostasien aufzubauen, meint ein russischer Orientalist. In diesem Zusammenhang betrachtet er die Ankunft des Flugzeugträgers „USS Carl Vinson“ in Vietnam.

    Dmitri Mosjakow, Leiter des Zentrums für Südostasien, Australien und Ozeanien am russischen Orientalistik-Institut, sagte gegenüber Sputnik, der Vietnam-Besuch des US-Flugzeugträgers könne eher auf eine Zuspitzung der Situation im Südchinesischen Meer hinauslaufen, statt zu ihrer Regelung beizutragen.

    „Damit wird einerseits die US-Flagge in Vietnam demonstriert – und andererseits eine Annäherung zwischen Vietnam und den USA. Natürlich muss das eine Gegenreaktion Chinas verursachen“, so der Experte.

    Chinas eventuelle Gegenmaßnahmen könnten laut Mosjakow nicht weniger spektakulär sein. „Es könnte sich etwa um eine erneute Landung von Flugzeugen auf jenen Inseln im Südchinesischen Meer handeln, die sich aus Korallenriffen in richtige Inseln verwandelt haben, und so weiter“, sagte der Experte im Hinblick auf Chinas Inselbau-Aktivitäten. Der Vietnam-Besuch des US-Flugzeugträgers bedeute also „nichts Positives“ für Frieden und Sicherheit in der Region.

    Die „USS Carl Vinson“ hatte am Montag den vietnamesischen Hafen Da Nang angelaufen. Erstmals seit dem Ende des Vietnamkriegs ist ein solches US-Kriegsschiff im Land präsent. Der Aufenthalt soll fünf Tage dauern. Den Weg dafür hatten die Gespräche zwischen Pentagon-Chef James Mattis und seinem vietnamesischen Amtskollegen Ngo Xuan Lich im Januar geebnet.

    Mosjakow kommentiert nun weiter, die US-Strategie ziele darauf ab, einen aus südostasiatischen Ländern bestehenden „Cordon sanitaire“ gegen das aufzubauen, was in Amerika als „chinesische Expansion“ gilt. Die Ankunft der „USS Carl Vinson“ in Vietnam zeuge nun davon, dass diese Strategie fortgesetzt werde, obwohl sie in letzter Zeit nicht ganz erfolgreich gewesen sei.

    „Die südostasiatischen Länder, auf die die USA gebaut haben, sind sich völlig im Klaren über all die Gefahren einer Verwandlung in ein Instrument der US-Politik. Niemand will das, denn diese Länder sind mit China durch vielfältige Beziehungen verbunden. (…) Doch die USA halten an ihrem Kurs fest und rechnen damit, diese Politik letztendlich durchzusetzen und ihre Ziele zu erreichen“, meint der Experte.

    Soldaten der vietnamesischen Armee (Archiv)
    © AFP 2018 / Hoang Dinh Nam
    In Bezug auf die Aufhebung des US-Waffenembargos gegen Vietnam im Jahr 2016 sagte Mosjakow: „Überall in der Welt wollen sie darauf hinweisen, dass die Länder, mit denen sie irgendwelche Beziehungen aufnehmen, auf russische Waffen verzichten sollten, um US-Waffen zu kaufen. Im Fall Vietnam ist das nicht so einfach, denn Vietnam hatte in Russland einen Löwenanteil seiner Waffen gekauft, die dann ihre Effizienz zeigten. Es gibt keinen Anlass zu sagen, dass die US-Waffen effizienter seien.“

    Trotzdem wolle Amerika auch in diesem Bereich Vietnam unter Druck setzen. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, dass die USA darauf aus seien, die wichtigste Dominanz-Macht in der Region zu werden – darunter auch „bezüglich ihrer Waffenlieferungen an jene Länder, die laut ihrem Kalkül zu ihrem Instrument im Kampf gegen China werden sollen“, so Mosjakow.

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    Tags:
    Machtstatus, Bedeutung, Besuch, Ankunft, Flugzeugträger USS Carl Vinson, US-Navy, China, Südostasien, Vietnam, USA
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