04:52 26 September 2018
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    Dr. Franziska Giffey (Archiv)

    Vom Problembezirk ins Kabinett – Neuköllner Bürgermeisterin wird Bundesministerin

    CC BY 4.0 / SPD Berlin/ Joachim Gern / Pressefoto von Franziska Giffey
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    Marcel Joppa
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    Sie war die Wunschkandidatin der SPD in den ostdeutschen Bundesländern: Die Neuköllner Bürgermeisterin Dr. Franziska Giffey. Geboren in Frankfurt an der Oder, zuletzt selbstbewusste und geachtete Bürgermeisterin des Berliner Problembezirks Neukölln. Nun sieht alles nach einem enormen Karrieresprung aus: Die Genossen wollen sie ins Kabinett holen.

    Händeringend suchte die SPD nach einer ostdeutschen Kandidatin für das Bundeskabinett. Es dauerte nicht lange, da war Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey ganz oben auf der Wunschliste der Genossen. Einer der größten Unterstützer war dabei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke.

    „Der Osten muss im Kabinett erkennbar sein“

    So lautete die Forderung des ostdeutschen Landeschefs. Zur Bundespolitik äußert er sich sonst eher selten. Doch diesmal ist es anders. Er erwarte, dass die ostdeutsche Perspektive mit ostdeutscher Lebenserfahrung vertreten sein werde. Nachdem die Union keinen einzigen Ressortchef aus dem Osten für das neue Bundeskabinett präsentiert hatte, ist die SPD-Führung nun unter Druck geraten.

    Woidke signalisierte, dass er die Neuköllner Bürgermeisterin für eine hervorragende Besetzung halte. Und in der Tat hat sich Giffey in den vergangenen Jahren über die Landesgrenzen Berlins hinaus einen Namen gemacht. Die Nachfolgerin von Heinz Buschkowsky im Problembezirk Neukölln steht für Integration und Law and Order.

    Ministerin? Ja, aber …

    Nun wird Giffey als heiße Anwärterin auf den Posten der Bundesfamilienministerin gehandelt. Wie es in Parteikreisen heißt, hatte ihr die SPD-Spitze zunächst den Posten der Bundesministerin für Arbeit und Soziales angeboten, doch Giffey winkte ab. Sie wolle lieber das Familienministerium leiten, so die 39-Jährige laut Insidern.

    Franziska Giffey war vor einiger Zeit zu Gast im Berliner SPUTNIK-Studio. Schon damals nahm die Wahlberlinerin kein Blatt vor den Mund. „Mit ausgestreckter Hand und klaren Regeln“ müsse man den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit begegnen, so Giffey.

    Franziska Giffey ist dafür bekannt, keine Berührungsängste zu haben. Dafür wird sie nicht nur in Neukölln geschätzt und geachtet. Eine der größten Herausforderungen sieht sie in der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch in Sicherheit und Ordnung. Als neue Bundesministerin könnte sie diese Ziele nun auch bundesweit in Angriff nehmen. Einen frischen und vor allem einen ostdeutschen Wind – so viel steht fest – kann das neue Bundeskabinett mit Sicherheit gebrauchen.

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    Tags:
    GroKo, Kabinett, Regierung, SPD, Das Familienministerium, Franziska Giffey, Deutschland