09:59 16 Oktober 2018
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    Ein orthodoxer Geistlicher in Tscherewkowka (Ost-Ukraine). Im Hintergrund: Zerbombte Kapelle

    Ukraine: Regierungsnahes Portal gibt russische Priester zum Abschuss frei

    © Sputnik / Andrej Stenin
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    Das regierungsnahe ukrainische Internetportal "Myrotvorets" („Mirotworez“) hat die Streitkräfte des Landes aufgerufen, auf Geistliche der Russisch-Orthodoxen Kirche zu schießen.

    „Jeder Krieger der Ukraine muss wissen: Die Moskauer und pro-Moskauer Popen sind Kampfeinheiten des russischen Aggressors“, erklärt das Portal auf Facebook.

    Soldaten und Sicherheitskräfte sollten russische Geistliche bei Kontrollen genauer durchsuchen, empfiehlt das Portal und fordert: „Bei geringster Lebensgefahr – ohne nachzudenken schießen.“

    Nach Angaben der Meinungsforschungsfirma Ukrainian Sociology Service bekennen sich knapp 40 Prozent der ukrainischen Christen (Stand November 2016) zur Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats.

    Die Webseite „Mirotworez“ war kurz nach dem ukrainischen Umsturz im Jahr 2014 auf Anregung von Anton Geraschtschenko, damals Berater des ukrainischen Innenministers, eingerichtet worden. Die Seite veröffentlicht regelmäßig private Daten von Personen, die von den Betreibern als „Feinde der Ukraine“ eingestuft werden.

    „Mirotworez“ steht vermutlich in enger Beziehung zum ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU und zum Innenministerium des Landes, von denen das Portal sich mit Informationen versorgen lässt.

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    Internationale Bekanntheit erlangte die Webseite nach der Ermordung der Oppositionellen Oles Busyna und Oleh Kalaschnikow im Jahr 2015. Beide wurden samt vollständigen Adressen in die „Mirotworez“-Liste eingetragen und kurz danach niedergeschossen.

    Im Mai 2016 hatte „Mirotworez“ über 4000 Namen, Telefonnummern und E-Mails von in- und ausländischen Journalisten, die aus der Ostukraine berichtet hatten, ins Netz gestellt. Die Uno, die OSZE und das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) kritisieren die Tätigkeit des Portals scharf.

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    Russisch-orthodoxe Kirche, Petro Poroschenko, Ukraine