14:37 25 September 2018
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    Das Atom-U-Boot Kursk im Jahr 1999

    Putin nennt Ursache für Tragödie von Atom-U-Boot „Kursk“

    © AP Photo / STRINGER
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    Die Katastrophe mit dem russischen Atom-U-Boot „Kursk“ im Jahr 2000 ist Wladimir Putin zufolge auf den damals noch jämmerlichen Zustand der Streitkräfte Russlands zurückzuführen. Der russische Präsident äußerte diese Meinung in dem vom Journalisten Andrej Kondraschow gedrehten Portraitfilm „Putin“, der am Sonntag auf YouTube veröffentlicht wurde.

    „Man muss gestehen: Wir wissen doch, in welchem Zustand sich damals die Streitkräfte befanden. Offen gesagt, ist ja nichts Verwunderliches darin. Aber diese Tragödie war kolossal: Es starben so viele Menschen“, sagte Putin.

    Er verwies darauf, dass nach dem Zerfall der Sowjetunion enorme Schwierigkeiten in der Wirtschaft, im sozialen Bereich und in der Armee entstanden seien. Die Situation in der Seekriegsflotte sei ebenfalls schwierig gewesen, „die Besoldung war minimal, sie wurde nicht regelmäßig ausgezahlt; es gab überhaupt keine Lösungen für Wohnungsfragen“.

    Wie Putin ausführte, hat sich die Tragödie zu dem Zeitpunkt ereignet, als er kurz nach dem Wahlsieg „seine Amtspflichten als Präsident übernahm“. „Ich wusste nicht, dass dort seriöse Übungen durchgeführt wurden. Der Verteidigungsminister hat mich angerufen und mitgeteilt, dass ein U-Boot verloren und bereits gefunden worden sei und entsprechende Arbeiten in Angriff genommen würden. Es war noch nicht klar, dass etwas Tragisches geschehen war. Dann aber entfaltete es sich in vollem Umfang und zu voller Größe“, so Putin.

    Später habe die zuständige Regierungskommission bei einer Untersuchung festgestellt, dass es zu einer Explosion im Torpedoraum gekommen sei, die einen Brand ausgelöst und die Munition gezündet habe, so Putin.

    Der Atom-U-Raketenkreuzer „Kursk“ sank am 12. August 2000 in der Barentssee in 108 Meter Tiefe. An Bord befanden sich 118 Menschen. Niemand überlebte.

     

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    Tags:
    Atom-U-Boot, Katastrophe, Seekriegsflotte, Wladimir Putin, Russland