13:10 18 Dezember 2018
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    Die britische Premierministerin Theresa May

    "Zirkus im britischen Parlament": May droht Moskau mit Folgen nach Skripal-Vergiftung

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    Der ehemalige Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia sind laut der britischen Premierministerin Theresa May mit dem Nervengift „Nowitschok“ (dt: „Neuling“) gezielt attackiert worden, einer angeblich ausgerecht in Russland entwickelten Substanz. Moskau bezeichnete die Anschuldigungen seinerseits als politische Kampagne und Provokation.

    „Jetzt ist es klar, dass Skripal und seine Tochter mit einem militärischen Nervenkampfstoff von einem in Russland entwickelten Typ vergiftet wurden. Er gehört der Gruppe der Nervengifte an und ist unter dem Namen ‚Nowitschok‘ bekannt“, betonte May am Montag in ihrer Rede im britischen Parlament.

    Diese Daten würden auf der positiven Reaktion der Proben auf diese giftige Substanz basieren.

    „Die Regierung hält es für sehr wahrscheinlich, dass Russland für die Tat gegen Sergej und Julia Skripal verantwortlich ist“, so May weiter.

    Die Premierministerin verwies ferner auf die Ausweisung von Diplomaten, Aussetzung der Zusammenarbeit der Geheimdienste und andere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Vergiftung des ehemaligen russischen FSB-Offiziers Alexander Litwinenko und unterstrich dabei, dass Großbritannien bereit sei, „ernsthaftere“ Schritte gegen Russland einzuleiten.

    Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa hat bereits auf die Erklärung der britischen Premierministerin reagiert:

    „Das ist eine Zirkus-Show im britischen Parlament. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Das ist eine neue informationelle und politische Kampagne, die auf Provokation basiert“, sagte Sacharowa gegenüber der Presse.

    „Bevor neue Geschichten geschrieben werden, mag jemand in Großbritannien erzählen, womit die Fälle von Alexander Litwinenko, Boris Berezowski (russischer Oligarch), Alexander Pereplichnik (russischer Geschäftsmann) und vielen anderen, die auf mysteriöse Weise in Großbritannien gestorben sind, endeten?“

    „Der Grimpensumpf verheimlicht weiter seine Geheimnisse“, schloss Sacharowa.

    Der Vizechef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), Wladimir Dschabarow, hat dagegen die Meinung geäußert, dass die Geheimdienste Großbritanniens oder von Drittländern die Provokation mit Skripals Vergiftung angezettelt haben könnten, um Russland zu bezichtigen und zu beschmutzen.

    „Zu dem Zeitpunkt, als das passierte, war der ‚Schuldige‘ bereits ernannt – das war Russland“, betonte der Abgeordnete.

    Am Abend des 4. März waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch der Polizist, der als Erster am Ort des Geschehens eingetroffen war.

    Wie der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit zwei Tage später mitteilte, seien die beiden höchstwahrscheinlich Opfer eines gezielten Angriffs mit einem Nervengift geworden.

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    Nervengift, Erklärung, Kampagne, Zusammenhang, Maßnahmen, Provokation, Vergiftung, Zusammenarbeit, Sergej Skripal, Theresa May, Maria Sacharowa, Großbritannien, Russland