10:07 25 Juni 2018
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    Frauen mit Plakaten für Mitglieder von Chinas Nationalem Volkskongress (Archiv)

    „Bedrohung für Hegemonie“: Ängste des Westens aus chinesischer Sicht

    © REUTERS / Thomas Peter
    Politik
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    China tritt nach Ansicht eines russischen Experten in eine neue Entwicklungsphase ein. Die Regierung in Peking unterstreicht, dass der Aufstieg des Landes keine Gefahr für andere Länder birgt. Die Agentur Xinhua ermahnt den Westen zu weniger Argwohn gegenüber China.

    Oleg Timofejew, Dozent der Russischen Universität der Völkerfreundschaft, sagte in der laufenden Woche bei einer Sputnik-Videokonferenz mit Peking, die jüngste chinesische Verfassungsänderung sei ein Bifurkationspunkt: „China tritt in eine neue Phase seiner Entwicklung ein.“ Korrekturen an der Verfassung waren am Sonntag von Chinas Nationalem Volkskongress besiegelt worden. Unter anderem wurde dem Staatspräsidenten erlaubt, mehr als zwei Amtszeiten in Folge zu regieren.

    Spitzenpolitiker in Peking betonen immer wieder, dass Chinas Aufstieg niemanden gefährdet. Die amtliche Agentur Xinhua zitierte etwa den Ministerpräsidenten Li Keqiang mit den Worten, die Weiterentwicklung Chinas hänge eng mit der aller anderen Länder zusammen; China halte nach wie vor an einem friedlichen Entwicklungsweg fest.

    In einem kürzlich veröffentlichten Kommentar von Xinhua wird unterstrichen: „Einige westliche Länder nutzen jede Gelegenheit, um das Thema der sogenannten chinesischen Bedrohung hochzuspielen, indem sie China als einen ‚strategischen Rivalen‘ einstufen.“

    „Warum fällt es ihnen so schwer, auf ihr antagonistisches Denken zu verzichten und China mit weniger Argwohn zu betrachten? Warum können sie die Tatsache des chinesischen Aufstiegs auf der Weltarena nicht normal akzeptieren?“, fragt die chinesische Agentur.

    Sie bietet eine Antwort an: „Vor allem hängt dies damit zusammen, dass manche Menschen im Westen es nicht geschafft haben, ihre Mentalität anzupassen, als sie mit Chinas rasanter Entwicklung konfrontiert wurden.“

    „Nahezu während der ganzen Geschichte nach der industriellen Revolution hatte eine übermäßige Konzentration der wirtschaftlichen und militärischen Macht es dem Westen ermöglicht, die Weltarena zu dominieren und seine internationale Ordnung zu etablieren. Es wurde üblich, dass die Mächtigen die globale Agenda bestimmten“, so der Kommentar.

    Als China zur zweitstärksten Wirtschaft der Welt aufstieg, spürte der Westen eine unabwendbare Bedrohung für seine Hegemonie. Er bekam Angst, dass die Welt aus seiner Kontrolle gerät, und stellte China als seinen strategischen Hauptrivalen hin, weswegen der Argwohn gegenüber China begann, unbegründet zuzunehmen“, postuliert Xinhua.

    Wie es im Kommentar weiter heißt, engagiert sich China mittlerweile aktiver in Sachen Außenpolitik und plädiert für eine Reformierung des globalen Verwaltungssystems, damit dieses Interessen aller Länder berücksichtigt: „Das ist ein absolut natürlicher Entwicklungsprozess, der aus Chinas Aufstieg resultiert und nicht zu fürchten ist. Man sollte ihn auch nicht als Beleg für eine zunehmende Aggressivität Pekings beziehungsweise für dessen Ansprüche auf eine Vernichtung der bestehenden internationalen Ordnung interpretieren.“

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    Tags:
    Aggression, Entwicklung, Kontrolle, Angst, Maßnahmen, Westen, China
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