12:03 17 Juli 2018
SNA Radio
    Russisches Außenministerium in Moskau

    „Informationspolitische Show“: Moskau zu Londons Verhalten im Fall Skripal

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
    Politik
    Zum Kurzlink
    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (105)
    91552

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat am Donnerstag Großbritanniens Vorwürfe gegen Russland wegen des mutmaßlichen Giftanschlags auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal als „wahnsinnig“ bezeichnet.

    „Die Rede ist von den Erklärungen, mit denen die britische Premierministerin (Theresa May – Anm. d. Red.) im Parlament mehrmals auftrat und in denen sie gegen die Russische Föderation, gegen unser ganzes Land, gegen unser ganzes Volk absolut wahnsinnige Vorwürfe erhob“, sagte Sacharowa auf einem Briefing.

    Londons Verhalten bezeichnete die Diplomatin als „informationspolitische Show“. „Wir sehen die Fortsetzung dieser informationspolitischen Show, wir sehen eine offensichtliche informationspolitische Kampagne“, so Sacharowa.

    Sie betonte, Moskau habe an London vier diplomatische Noten geschickt, um einen Dialog zu eröffnen. Doch als Antwort habe Russland „nichtssagende Antwortschreiben“ erhalten.

    Großbritannien verzichte außerdem auf die Zusammenarbeit mit der russischen Seite zur Erfüllung der Verpflichtungen, die aus Londons Mitgliedschaft in der Organisation für das Verbot chemischer Waffen erwachsen.

    Die Vergiftung Skripals

    Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Jahre später wurde Skripal mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Agenten ausgetauscht.

    Schändliche Vertuschung: Wie London mit Skripal-Skandal von Kinderschändern ablenkt >>>

    Am 4. März dieses Jahres wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

    Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag. Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin May äußerte am Montag, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stehe.

    Am Mittwoch hatte May Maßnahmen gegen Russland angekündigt, darunter die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus London. Zudem stelle Großbritannien alle bilateralen Kontakte zu Russland ein und ziehe die Einladung für den russischen Außenminister Sergej Lawrow nach London zurück. Zugleich hob May hervor, dass ein völliger Bruch der Beziehungen zwischen beiden Ländern „den nationalen Interessen zuwiderläuft“, der Dialog aber nicht im bisherigen Modus weitergeführt werden könne.

    Russland weist die Vorwürfe zurück und erklärte sich bereit, an Ermittlungen teilzunehmen. London verweigert Moskau ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien. Außenminister Lawrow rief Großbritannien dazu auf, seinen Verpflichtungen aus der Chemiewaffenkonvention nachzukommen.

    Haben Sie einen Account in den sozialen Netzwerken? Werden Sie Fan unserer Facebook- und Instagram-Seite!

    Themen:
    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (105)

    Zum Thema:

    „Erfahrene Chemikerin“: Russlands UN-Botschafter über seine US-Kollegin
    UN-Sicherheitsrat: Großbritannien blockiert Russlands Erklärung zum Fall Skripal
    Anschlag auf Ex-Spion: Stammt die Sache „Sergej Skripal“ aus Agententhriller?
    „Fake zum Ankurbeln antirussischer Kampagne“ – Föderationsrat zu Vergiftung Skripals
    Tags:
    Zusammenarbeit, Show, Wahnsinn, Vergiftung, Verhalten, Fall, Ermittlung, Dialog, Briefing, Sergej Skripal, Maria Sacharowa, Großbritannien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren