03:06 20 Oktober 2018
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    Britischer Verteidigungsminister Gavin Williamson (l.)

    Britischer Verteidigungsminister: „Russland soll den Mund halten“ – Moskau reagiert

    © REUTERS / Toby Melville
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    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (107)
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    Der britische Verteidigungsminister, Gavin Williamson, hat in einem Statement zum mutmaßlichen Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal Russland aufgefordert, „den Mund zu halten“. Das russische Außenministerium hat auf diese Worte reagiert.

    „Russland muss weggehen und den Mund halten“, so kommentierte Williamson Moskaus mögliche Antwort auf die angekündigte Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus London wegen des Falls Skripal.

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    Diese Worte zeugen laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, davon, dass London nervös ist und etwas zu verbergen hat.

    „Was kann der Verteidigungsminister des Landes sonst sagen, das die Umstände geheim hält, unter denen auf seinem Territorium chemische Giftstoffe eingesetzt worden sind, und die vorhandene Information nicht übergeben will, wie es die Chemiewaffenkonvention verlangt? London hat etwas zu verbergen. Die Partner sind nervös“, schrieb Sacharowa auf Facebook.

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    Zuvor hatte Maria Sacharowa erklärt, Russland habe versucht, mit Großbritannien einen Dialog zum Fall Skripal zu eröffnen. Doch als Antwort habe Moskau „nichtssagende Antwortschreiben“ erhalten. Gegenmaßnahmen seien jetzt ausgearbeitet und sollen bald durchgeführt werden, so die Diplomatin.

    Die Vergiftung Skripals

    Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Jahre später wurde Skripal mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Agenten ausgetauscht.

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    Am 4. März dieses Jahres wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

    Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag. Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin May äußerte am Montag, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stehe.

    Am Mittwoch hatte May Maßnahmen gegen Russland angekündigt, darunter die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten aus London. Zudem stelle Großbritannien alle bilateralen Kontakte zu Russland ein und ziehe die Einladung für den russischen Außenminister Sergej Lawrow nach London zurück. Zugleich hob May hervor, dass ein völliger Bruch der Beziehungen zwischen beiden Ländern „den nationalen Interessen zuwiderläuft“, der Dialog aber nicht im bisherigen Modus weitergeführt werden könne.

    Russland weist die Vorwürfe zurück und erklärte sich bereit, an Ermittlungen teilzunehmen. London verweigert Moskau ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien. Außenminister Sergej Lawrow rief Großbritannien dazu auf, seinen Verpflichtungen aus der Chemiewaffenkonvention nachzukommen.

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    Tags:
    Giftanschlag, Spion, Giftattentat, Gift, Spione, Agent, Spionage, Außenministerium, Verteidigungsministerium, Sergej Skripal, Gavin Williamson, Maria Sacharowa, Großbritannien, Russland