09:19 22 Oktober 2018
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    Ermittler am Ort des Attentats in Salisbury

    Russisches Außenministerium nennt mögliche Herkunftsländer von „Nowitschok“-Gift

    © REUTERS / Peter Nicholls
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    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat am Samstag mögliche Herkunftsländer der Gifts „Nowitschok“, mit dem der Ex-Doppelagent Sergei Skripal angeblich vergiften worden war, genannt.

    Laut Sacharowa sind Großbritannien, die Slowakei, Tschechien, Schweden und eventuell die USA mögliche Herkunftsländer von „Nowitschok“.

    „Auf welche Weise wurde ein Gutachten über eine Spur, die genau auf Russland Bezug hat, eingeholt, wenn sie uns diese Proben nicht übergaben? Denn sie haben logischerweise diesen Stoff nicht und sollen ihn nicht haben“, sagte Sacharowa gegenüber dem Sender „Rossija 24“. „Welche Muster haben sie als Vergleichsbasis herangezogen, um diese Gutachten zu machen? Da drängt sich eine Schlussfolgerung auf, oder vielleicht keine Schlussfolgerung, sondern Fragen: Das bedeutet, dass sie Muster haben, die sie verstecken, oder es ist alles eine Lüge, vom Anfang bis zum Ende“.

    „Die wahrscheinlichsten Herkunftsländer dieser Chemikalie sind die Länder, die seit dem Ende der 90-er Jahre und auch bis heute Stoffe aus dem Projekt ‚Nowitschok‘ intensiv untersuchen“, so Sacharowa weiter. „Diese Länder sind Großbritannien, die Slowakei, Tschechien, Schweden, und was die USA betrifft, sollten wir auch Fragen stellen“.

    Sie fügte hinzu, man könne nur herauszufinden, welche Länder hinter der Entwicklung der Chemikalie stecken, wenn die britische Premierministerin und die Experten die  Formel veröffentlichen würden.

    Die Außenamtssprecherin merkte auch an, dass die britische Premierministerin, Theresa May, die Schablonenbezeichnung „Nowitschok“ absichtlich verwende, um eine Assoziation mit Russland zu wecken.

    „Die britische Premierministerin operiert nicht mit der Formel, die britische Premierministerin operiert mit dieser Schablonenbezeichnung, die momentan eine Assoziation mit der Russischen Föderation und mit etwas Russischem weckt“, betonte Sacharowa.

    Sie unterstrich, in Russland habe es nie Forschungen zu C-Waffen unter dem Decknamen „Nowitschok“ gegeben.

    Tschechien und Slowakei haben allerdings bereits mitgeteilt, niemals am Nervengift "Nowitschok" geforscht, es besessen oder gar verwendet zu haben.

    Der Fall Skripal

    Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien haben sich wegen der Vergiftung des Ex-Agenten des russischen Auslandsgeheimdienstes GRU, Sergej Skripal, und seiner Tochter Julia verschärft. Sie waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden worden. Britischen Angaben zufolge war bei dem Attentat das in der Ex-Sowjetunion entwickelte und äußerst gefährliche Nervengift „Nowitschok“ verwendet worden.

    Sergej Skripal war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. 2010 wurde Skripal gegen russische Agenten ausgetauscht.

    Am 14. März hatte die britische Premierministerin Theresa May Russland der Beteiligung an dem Attentat bezichtigt und erklärt, London weise 23 russische Diplomaten aus und stelle alle Kontakte auf hoher Ebene ein.

    Moskau weist jegliche Anschuldigungen zurück, in den Giftanschlag auf Skripal verwickelt zu sein. Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte die Vorwürfe als „Quatsch“ bezeichnet. Russland ruft dazu auf, den Vorfall in Salisbury zusammen zu ermitteln. Das russische Ermittlungskomitee hat ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes an der russischen Bürgerin Julia Skripal eingeleitet.

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    Tags:
    Gift, Forschung, C-Waffen, Nowitschok, Außenministerium Russlands, Sergej Skripal, Theresa May, Maria Sacharowa, Slowakei, Schweden, Tschechien, Großbritannien, USA, Russland