02:57 20 April 2018
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    Boris Johnson in Moskau

    „Halts Maul, Boris“: Briten entschuldigen sich bei Russen für ihren Außenminister

    © AFP 2018 / Stefan Rousseau
    Politik
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    Die Anschuldigungen des britischen Außenministers Boris Johnson gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den mutmaßlichen Mordversuch an Ex-Agent Sergej Skripal und seiner Tochter sind im Netz auf Empörung gestoßen. Dabei nahmen einige User kein Blatt vor den Mund.

    „Wir streiten mit Putins Kreml und seiner Entscheidung. Wir glauben, dies war überwiegend seine Entscheidung, zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg Nervengift auf den Straßen des Vereinigten Königreichs, auf den Straßen Europas anzuwenden“, erklärte Johnson.

    Diese Worte stießen bei britischen Internet-Usern auf heftige Kritik. Unter dem Eintrag der russischen Botschaft in London auf Twitter, in dem der britische Außenminister zitiert wurde, äußerten sich die Nutzer äußert empört. Ihnen zufolge dürfe sich die britische Regierung solche skandalösen und unbegründeten Anschuldigungen nicht erlauben.

    „Unabhängig von den realen Gründen, die hinter dem Vorfall stehen, ist es ein absoluter Wahnsinn. Ich schäme mich für die Reaktion der britischen Regierung“, schreibt Jody Hazelgrove in ihrem Kommentar.

    „Ich muss zugeben, dass Johnson lernen muss, wann er den Mund haltensoll“, fuhr der Nutzer ReederSimon fort.

    „Schäm dich, Boris! Du sollst den Mund halten und verschwinden…“, schlussfolgert der User mrxxpity.

    Moskau reagierte auf Johnsons Anschuldigungen mit einer scharfen Antwort. „Wir haben bereits auf verschiedenen Ebenen erklärt, dass Russland mit dieser Geschichte nichts zu tun hat. Jegliche Hinweise oder Erwähnungen unseres Präsidenten in diesem Zusammenhang sind nichts anderes als eine schockierende und unverzeihliche Verletzung der diplomatischen Verhaltensregel“, erklärte der Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow.

    Am 4. März dieses Jahres waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden, wo beide ins Koma fielen.

    Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag. Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch auch Premierministerin May erklärte am Montag, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stehe.

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    Tags:
    Sergej Skripal, Wladimir Putin, Boris Johnson, Russland, Großbritannien