16:48 16 Juli 2018
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    Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin

    Giftanschlag: Kreml klärt Merkel über Unschuldsvermutung auf

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Nach Angela Merkels Forderung, Russland solle seine Nicht-Verwicklung in den Giftanschlag in Großbritannien beweisen, erinnert der Kreml die deutsche Bundeskanzlerin an den international weitgehend anerkannten Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung.

    Nicht Russland müsse seine Unschuld beweisen, sondern Großbritannien seine Vorwürfe, sagte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, am Dienstag. Gegenteilige Behauptungen würden jeglichem „elementaren Rechtsverständnis“ widersprechen.

    Es ist offensichtlich vor allem Großbritannien, das (seine Vorwürfe – Red.) begründen muss“, sagte Peskow. „Lasst uns Vernunft bewahren und abwarten, bis Großbritannien seine Vorwürfe, die auf hoher und höchster Ebene formuliert wurden, mit Beweisen begründet.“

    „Das elementarste Rechtsverständnis setzt diese Notwendigkeit voraus“, so der Kreml-Sprecher.

    Die jüngste Äußerung der deutschen Kanzlerin „macht kaum Hoffnung“, so Peskow. „Es geht um die Unschuldsvermutung.“

    Merkel hatte am Montag bei ihrem Besuch in Warschau von ernstlichen Hinweisen darauf gesprochen, dass Russland etwas mit dem mutmaßlichen Giftattentat auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien zu tun habe. Nun sei es an Moskau zu zeigen, dass das nicht der Fall sei, Merkel laut deutschen Medien.

    >> Nervengas-Entwickler: Dieser Fakt beweist Russlands Unschuld >>

    Peskow erinnerte die deutsche Kanzlerin in diesem Zusammenhang auch daran, dass Russland diese Vorwürfe bereits als haltlos zurückgewiesen habe und dass sämtliche russischen Chemiewaffen unter internationaler Kontrolle vernichtet worden seien.

    Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem russischen Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Jahre später wurde Skripal mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Agenten ausgetauscht, unter ihnen die als „Agentin 00Sex“ bekannte Anna Chapman.

    Am 4. März dieses Jahres wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

    Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag mit einem Nervengift des Typs А234. Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin Theresa May erklärte, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stecke. Russland weist den Vorwurf zurück.

    Russland erklärte sich bereit, an Ermittlungen teilzunehmen. London verweigert Moskau ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien und verstößt dadurch nach russischen Angaben gegen die Chemiewaffenkonvention.

     

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    Unschuldsvermutung, Dmitri Peskow, Angela Merkel, Deutschland, Russland
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