02:34 20 Oktober 2018
SNA Radio
    Prag

    Prag bestellt russischen Botschafter wegen „lügenhafter Aussage“ ein

    © RIA Novosti . Dmitry Korobeinikow
    Politik
    Zum Kurzlink
    1013119

    Der russische Botschafter in Tschechien Alexander Smejewski ist ins Außenministerium in Prag zitiert worden, nachdem Moskau auf eine mögliche tschechische Herkunft des Nervengifts hingewiesen hat, mit dem der ehemalige russische GRU-Agent und Überläufer Sergej Skripal vergiftet wurde.

    „Für morgen Vormittag wurde der russische Botschafter Alexander Smejewski einbestellt, damit er uns die lügenhafte Aussage der russischen Seite erklären kann“, teilte das tschechische Außenministerium am Dienstag auf Twitter mit.

    Zuvor hatte die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau Maria Sacharowa gesagt, dass die Substanz, mit der Skripal vergiftet wurde, möglicherweise in Tschechien, der Slowakei, Großbritannien oder Schweden hergestellt worden sei.

    Die Vergiftung des ehemaligen Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufers Sergej Skripal hat die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien schwer belastet. London machte Moskau für den Anschlag verantwortlich und beschloss daraufhin die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten. Russland hat anschließend entschieden, ebenso viele britische Diplomaten auszuweisen.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass Skripal und seine Tochter in einem Supermarkt in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht wurden. Zwei Tage später teilte der Chef der britischen Anti-Terror-Einheit mit, dass die beiden höchstwahrscheinlich Opfer eines gezielten Angriffs mit einem Nervengift geworden seien.

    Sergej Skripal ist ein ehemaliger Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer. 2006 wurde er wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Britischer Ex-Diplomat: Wem der Fall Skripal die meiste Dividende bringt
    Causa Skripal: Polen erwägt Ausweisung russischer Diplomaten
    Österreich: Vorerst keine Anschuldigungen im Fall Skripal
    MdB Alexander Neu: Skripal-Fall nutzt Westen – Vorwürfe gegen Moskau unlogisch
    Tags:
    Nervengift, einbestellt, Botschafter, Sergej Skripal, Maria Sacharowa, Prag, Tschechien, Moskau, Russland