16:40 25 April 2018
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    Wahlbeobachter beim Präsidentschaftswahl in Russland

    Manipulationen bei Russland-Wahl? Ausländische Beobachter schildern Eindrücke

    © Sputnik / Waleri Melnikow
    Politik
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    Natalia Pawlowa
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    Vertreter von 115 Ländern aus Europa, Asien, Amerika und Afrika haben die Präsidentschaftswahlen in Russland beobachtet. Auf einer Pressekonferenz in der Nachrichtenagentur TASS in Moskau teilten sie ihre Eindrücke mit.

    Markus Frohnmaier besuchte Russland als Mitglied der Wahlbeobachter-Gruppe der AfD-Bundestagsfraktion. Auf der Pressekonferenz sagte er, dass es in Russland etwas gebe, was die Europäer lernen könnten.

    „Wir haben sechs Wahllokale aufgesucht. Meine Eindrücke vor Ort waren, dass der Wahlprozess korrekt verlaufen ist. Die Wahlbeteiligung war hoch. Ich muss sagen, dass man freie Wahlen sichergestellt hat. Wir gratulieren der Russischen Föderation zu der getroffenen Wahl und hoffen, dass wir auch in Deutschland die Möglichkeit bekommen, direkt zu wählen.“

    Der US-Amerikaner Kline Preston ist nicht zum ersten Mal in Russland. Diesmal hat er mehrere Städte besucht, darunter Sewastopol, Wladimir und Susdal. Er habe alles gesehen, was er wollte, sagte er auf der Pressekonferenz und kam zu diesem Schluss: „Das ist ein offenes, gutes System.“

    Insgesamt waren 1.500 Beobachter aus 115 Ländern, aus fast allen Teilen der Welt – Europa, Asien, Amerika und Afrika – beim Urnengang dabei.

    Umar Marico aus Mali, der mit einer gewissen Vorsicht nach Russland kam, will keine Verstöße bemerkt haben.

    „Ich habe viele Artikel darüber gelesen, dass die Wahlen in Russland voller Betrug sind, dass es eine Menge Manipulationen gibt, unter anderem mit Stimmzetteln. Als Beobachter habe ich jedoch nichts dergleichen gesehen, alles war sehr ruhig und offen, ich habe keine Verstöße beobachtet.“

    Viele haben eine völlig andere Realität gesehen. Jean Luigi Feretti aus Italien gab auf der Pressekonferenz zu, dass er etwas anderes erwartet habe.

    „Tatsächlich war ich sehr überrascht, als ich die Realität sah, die ich nicht erwartet hatte. Ich habe ungefähr 20 Wahllokale in Twer besucht. Und ich sah eine regelrechte Feier der Demokratie. Ich sah den Enthusiasmus der Menschen, die zu den Wahllokalen kamen, ich sah ihre fröhlichen Gesichter. Es gab keine Propaganda. Wir haben keine Verstöße festgestellt. Der Urnengang war perfekt organisiert und ist demokratisch verlaufen.“

    Fast alle Wahllokale waren mit Videokameras ausgestattet – man konnte die Abstimmung online verfolgen. Die Anzahl von Beobachtern, unter anderem aus dem Ausland, war beispiellos hoch. In einigen Ländern, wie etwa den USA und Deutschland, werden ausländische Beobachter übrigens überhaupt nicht zugelassen. Das gilt nämlich als Wahleinmischung.

    Die Sicherheit des russischen Wahlsystems wurde von Hackern aus gleich mehreren Ländern mit zahlreichen DDoS-Angriffen auf die Probe gestellt. Nach den Worten von Ella Pamfilowa, der Leiterin der Zentralen Wahlkommission in Russland, hat die russische Wahlgeschichte so einen großen Druck von außen noch nie zuvor gekannt. Es sei aber zu einem gegenteiligen Effekt gekommen.

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    Tags:
    Medien, Manipulationen, Beobachter, Wahlprozesse, Partei Alternative für Deutschland (AfD), USA, Russland
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