04:11 21 Juli 2018
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    Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa

    „Neuling der britischen Diplomatie“: Sacharowa spottet über Boris Johnson

    © Sputnik / Witalij Beloussow
    Politik
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    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat einen aktuellen Artikel des britischen Außenministers Boris Johnson kommentiert, in dem er die Präsidentschaftswahlen in Russland und die Vergiftung des russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal miteinander verbunden hat.

    „Wozu braucht man eine neue Portion von Fake-News und Angriffen, aufgeführt von einem ‚Nowitschok‘ (zu Dt.,Neuling‘; Anspielung auf das Nervengift A234 – Anm. d. Red.) der britischen Diplomatie?“, schrieb Sacharowa auf Facebook.

    „Die Antwort ist offensichtlich – Tatsachen fehlen, und (…) Boris Johnson versucht, die Ehre von Theresa May zu retten, die eine Strafe gegen das Land in Form von Ausweisung russischer Diplomaten verhängt hatte, und das nicht einmal vor dem Abschluss der Ermittlungen, sondern eigentlich noch vor deren Beginn.“

    Sie vermutet, dass sich Johnson auf diese Weise ein „Motiv“ für Russland habe ausdenken wollen.

    „Ein Motiv hatten Großbritannien und Nato-Verbündete. Aber Russland hatte kein Motiv. Es gab keines, also muss man eines erfinden“, fügte sie hinzu.

    Die Sprecherin betonte zudem, dass Johnson mit seinem Artikel versuche, mit einer ständigen Hupe den aus Moskau ertönenden Aufruf, alle Daten zum Fall Skripal für gemeinsame Ermittlungen vorzulegen, zu dämmen. Der Artikel des britischen Chefdiplomaten und Unverschämtheiten seien für die regierende Elite in Großbritannien wie die Luft zum Atmen, so Sacharowa.

    „Scotland Yard hat eben angekündigt, dass die Ermittlungen viele Monate in Anspruch nehmen würden. Viele Monate – genau so, wortwörtlich. Also auf welcher Basis hat Theresa May dann ihre Schlussfolgerung über die Beteiligung Russlands gezogen, wenn die Ermittlungen noch Monate dauern sollen?“, fuhr die Sprecherin fort.

    „Heute ist auch die Meinung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) veröffentlicht worden: Die Analyse des Stoffes (allein die Analyse) werde mindestens drei Wochen dauern. Komisch, aber die britische Regierung brauchte, laut der ersten Reaktion, nur ein paar Stunden dafür.“

    Die Informationsangriffe aus London seien durchaus erklärbar, fügte sie hinzu. „Sie haben sich verspielt, in Lügen verstrickt und sind reingefallen.“

    Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien haben sich vor dem Hintergrund des Vorfalls im britischen Salisbury verschlechtert, wo der ehemalige GRU-Offizier Sergej Skripal und seine Tochter Julia bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht wurden, wo beide ins Koma fielen. Die britischen Behörden behaupten, dass hinter der Vergiftung mit dem Nervengift A234 Russland stehe. Moskau weist diese Anschuldigungen entschieden zurück.

    Premierministerin Theresa May kündigte eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen Russland an, darunter die Ausweisung von 23 Diplomaten und das Einfrieren der bilateralen Kontakte auf höchster Ebene.

    Moskau ergriff entsprechende Gegenmaßnahmen und wies ebenso viele britische Diplomaten aus. Darüber hinaus sollen das britische Generalkonsulat in St. Petersburg geschlossen und die Arbeit des British Council in Russland eingestellt werden.

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    Unverschämtheiten, retten, Fake-News, Ausweisung, Artikel, Gegenmaßnahmen, Ermittlungen, British Council, Außenministerium Großbritanniens, Generalkonsulat, OPCW, Außenministerium Russlands, Julia Skripal, Wil Mirsajanow, Sergej Skripal, Theresa May, Boris Johnson, Maria Sacharowa, Wladimir Putin, London, Großbritannien, Moskau, Russland