13:49 21 Juli 2018
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    US-Kongress (Archiv)

    Demokraten oder Republikaner: Wer führt die meisten Kriege?

    © AFP 2018 / JIM LO SCALZO / POOL
    Politik
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    Ein Republikaner gilt allgemein als Falke, als Hardliner, der auch vor dem Einsatz von Gewalt nicht zurückschreckt, um US-Interessen durchzusetzen. Ganz anders hingegen ein US-Demokrat: Friedselig wie der Messias bekommt er schon einmal einen Friedensnobelpreis. Diese Friedfertigkeit ist eine historische und politische Illusion.

    Eines haben die US-Demokarten mit den US-Republikanern gemeinsam: Beide Parteien sind bereit, die Welt bluten zu lassen. Die Demokraten fordern Blutzoll von den Ländern, die sie „demokratisieren“. Die Republikaner pressen anderen Staaten Opfer ab, weil es halt US-Interessen dient.

    Über 50 Kriege haben die Vereinigten Staaten im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts geführt. Sieben Kriege führen sie heute noch: in Afghanistan, im Irak, in Syrien, im Jemen, in Somali, in Libyen und in Niger.

    Wer tötet mehr?

    Von den zwölf republikanischen Staatschefs, die die USA in den letzten 100 Jahren regierten, führten drei überhaupt keinen Krieg: Warren G. Harding, Herbert Hoover und Gerald Ford. Hingegen setzten alle acht demokratischen Präsidenten des letzten Jahrhunderts in irgendeiner Weise Gewalt gegen andere Staaten ein.

    Doch es geht nicht allein um die Anzahl. Auch die blutigsten und längsten Kriege führten die USA ausgerechnet unter den Demokraten.

    In den Vietnam-Krieg traten die Vereinigten Staaten 1964 ein, als der Demokrat Lyndon Johnson regierte. Unter seiner Führung drangen die USA auch in Laos ein, wo sie bis 1973 blieben. Durch das Bombardement von Grenzgebieten zogen die USA auch noch Kambodscha in den Vietnam-Krieg hinein und okkupierten zum wiederholten Male die Dominikanische Republik.

    Vor dem Vietnam-Krieg waren die Vereinigten Staaten auf der koreanischen Halbinsel ins Feld gezogen: Der Korea-Krieg fällt in die Regierungszeit des Demokraten Harry Truman. Gerechtigkeitshalber muss man anmerken, dass der UN-Sicherheitsrat den US-Amerikanern dazu das OK gegeben hatte – jedoch war das eine von den Amerikanern provozierte Entscheidung.

    Der schwersten und gefährlichsten Krise nach dem Zweiten Weltkrieg – der Kuba-Krise – war die gescheiterte Landeoperation in der Schweinebucht vorangegangen – befehligt vom Vorbilddemokraten John F. Kennedy. Die militärisch und politisch schlecht vorbereite Offensive endete für die US-Amerikaner in einem Fiasko und führte dazu, dass die USA international verurteilt wurden. Ein Jahr später verhängte Washington, immer noch Kennedys Führung, eine Blockade über Kuba und provozierte damit einen Konflikt, der die Welt an den Rand eines Atomkriegs führte.

    Unter dem Demokraten Bill Clinton wurde Jugoslawien zerbombt. Der Krieg in Libyen, der unter Barack Obama angefangen hat, dauert bis heute an. Wie auch der Irakkrieg, der vom Republikaner Bush vom Zaun gebrochen wurde.

    Führend sind die US-Demokraten nicht nur bei der Intensität ihrer Kriege, sondern auch bei der Zahl erlittener Niederlagen. Ein besonders bezeichnendes Beispiel: Die gescheiterte Befreiung von 53 Geiseln aus der US-Botschaft in Teheran. Damals, im April 1980, schafften es die amerikanischen Spezialeinheiten nicht einmal die iranische Hauptstadt zu erreichen. Mit mehreren Hubschraubern waren sie zum Einsatz aufgebrochen: Einer stürzte gleich nach dem Abflug ab, ein anderer verirrte sich, wiederrum ein anderer stieß mit einem Tankflugzeug zusammen. Letztlich verließen die US-Elitentruppen eilends den Iran: Ihre Hubschrauber und die Leichen ihrer Kameraden ließen sie zurück.  

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    Tags:
    Führung, Krieg, Krise, Republikaner, Demokraten, Zweiter Weltkrieg, Koreakrieg, Vietnamkrieg, UN-Sicherheitsrat, John F. Kennedy, Barack Obama, Bill Clinton, Kuba, Libyen, Jemen, Irak, Syrien, Koreanische Halbinsel, Jugoslawien, Vietnam, USA