05:53 23 April 2018
SNA Radio
    Russische Botschaft in Berlin (Archivbild)

    Zwanzig Länder wollen russische Diplomaten ausweisen – Medien

    © Foto: Russische Botschaft
    Politik
    Zum Kurzlink
    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (103)
    0 24620

    Bis zu zwanzig europäische Länder bereiten sich wegen des Giftanschlags im britischen Salisbury auf die Ausweisung russischer Diplomaten vor. Dies schreibt die Zeitung „The Times“ am Samstag.

    An der koordinierten Kampagne können demzufolge „Frankreich, Deutschland, Polen, Irland, die Niederlande, Estland, Lettland, Litauen, Bulgarien, Tschechien, Dänemark und noch bis zu neun andere Länder“ teilnehmen.

    Mehr zum Thema: Außenministerium: Nervengift unter Codenamen „Nowitschok“ nie in Russland hergestellt

    Am 4. März wurden der 66-jährige ehemalige russische GRU-Agent und Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen durch den Vorfall 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

    Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin Theresa May erklärte, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stecke. London beschloss daraufhin die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten. Russland weist den Vorwurf zurück und hat anschließend entschieden, ebenso viele britische Diplomaten auszuweisen.

    Mehr zum Thema: Boris Johnson hat Russlands „Achillesferse“ gefunden

    Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union hatten zuvor die Entscheidung getroffen, den EU-Botschafter in Russland, Markus Ederer, zwecks Konsultation abzuberufen.

    Moskau erklärte sich bereit, an den Ermittlungen zur Causa Skripal teilzunehmen. London verweigert Russland allerdings ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien und verstößt damit nach russischen Angaben gegen die Chemiewaffenkonvention.

    Themen:
    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (103)

    Zum Thema:

    EU-Kommissionspräsident Juncker nach Brief an Putin unter Beschuss
    London besorgt über mögliche Entlarvung von MI6-Spionen in Russland – Medien
    Der Fall Skripal - ganz sachlich betrachtet: Wer profitiert davon?
    Sie haben nichts zu verlieren: Russlands Oberhaus zu Mays Einflussplänen für EU
    Tags:
    Giftstoffe, Giftattentat, Giftanschlag, Gift, Agent, Spione, Spionage, Spion, Militärnachrichtendienst GRU, Yulia Skripal, Sergej Skripal, Theresa May, Russland, Europäische Union, Europa, EU-Länder, EU, Großbritannien