05:57 23 Juli 2018
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    Luftabwehrsystem S-400 „Triumph“

    „Zum Schutz vor wiederholtem Putschversuch muss Türkei S-400 den Patriots bevorzugen“

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    Obwohl Russland und die Türkei bereits einen Vertrag über die Lieferung von S-400-Komplexen abschlossen haben, versuchen die USA weiterhin, den Deal zu vereiteln und das US-Flugabwehrraketen-System Patriot an Ankara zu verkaufen. Der türkische Politiker Beyazit Karatas hat gegenüber Sputnik die Situation kommentiert.

    Die Vizeunterabteilungsleiterin des US-Außenministeriums, Tina Kaidanow, soll türkischen Medien zufolge am 31. März in der Türkei eintreffen, um Lieferungsvorschläge von Patriot-Systemen zu besprechen. Laut Beyazit Karatas, dem Vizevorsitzenden der nicht parlamentarischen linksnationalistischen Partei Vatan und Generalmajor der türkischen Luftwaffe im Ruhestand, sollten diese Vorschläge nicht zu ernst genommen werden.

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    „Man soll keinen großen Wert auf diese US-Initiativen legen, weil sie immer noch hoffen, die Türkei vom Ankauf russischer Systeme abzubringen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind sie zu allen Tricks und Provokationen bereit“, so der Politiker.

    Die Türkei beabsichtige nicht, die unbrauchbaren und ausgedienten Patriot-Systeme nur zu erwerben, weil sie sich „in das ABM-System der Nato integrieren“ ließen.

    „Die S-400 sind viel effektiver als die Patriots. Außerdem kann die Türkei mit den S-400 ihren Luftraum vor einer möglichen Wiederholung des Putschversuchs vom 15. Juli (2016 – Anm. d. Red.) schützen. Er wurde bekanntlich von Gülens Agenten vorbereitet, die für die amerikanischen Sicherheitsdienste arbeiteten“, sagte Karatas.

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    Gemeint wird Fethullah Gülen, das geistliche Oberhaupt der Gülen-Bewegung. Am 16. Juli 2016 hatte der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdoğan, Gülen vorgeworfen, für den gescheiterten Putschversuch in der Türkei 2016 verantwortlich zu sein.

    Russland und die Türkei hatten vergangenen Dezember in Ankara einen Kreditvertrag über die Lieferung von S-400-Komplexen unterzeichnet. Nach Angaben des Sekretariats der türkischen Rüstungsindustrie kauft Ankara zwei Batterien, die von türkischem Personal bedient werden sollen. Zudem wurde eine technologische Kooperation mit dem Ziel vereinbart, die Produktion von Luftabwehrtechnik in der Türkei einzurichten.

    Wegen des S-400-Kaufs hatte Washington der Türkei mit Sanktionen gedroht. Der türkische Außenminister, Mevlüt Çavuşoğlu, hatte erklärt, dass die „Sprache der Drohungen“ im Zusammenhang mit dem Kauf russischer Raketentechnik unannehmbar sei.

    Russische Waffen für die Türkei: „S-400-Deal macht die USA wütend“ – Erdogan
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    Russische Waffen für die Türkei: „S-400-Deal macht die USA wütend“ – Erdogan

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    Waffenexporte, Waffendeal, Waffen, Politiker, Politik, Flugabwehrsystem, Flugabwehrrakete, Flugabwehrraketensystem Patriot, US-Flugabwehrraketen Patriot, Raketenabwehrsystem S-400, Vatan Partisi Vaterlandspartei, türkische Partei Vatan ("Heimat"), Fethullah Gülen, Mevlüt Cavusoglu, Recep Tayyip Erdogan, USA, Russland, Türkei
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