23:14 15 Oktober 2018
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    Polizei bei der Stelle in Salisbury, wohin Skripals Auto transportiert wurde

    Nach Giftanschlag: Polizist von Salisbury aus Krankenhaus entlassen

    © REUTERS / Henry Nicholls
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    Der britische Polizist, der bei dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal im südenglischen Salisbury verletzt wurde, ist nach zwei Wochen aus dem Krankenhaus entlassen worden, teilte die Leiterin der Klinik am Donnerstag mit.

    Der Polizeibeamte Nick Bailey war mit dem Nervengift in Kontakt gekommen, als er am Einsatz im Fall des Nervengiftanschlages auf Sergei und Julia Skripal teilnahm.

    Die Polizei zitiert Bailey in einer Erklärung:

    "Die Leute fragen, wie ich mich fühle. Momentan kann ich gar nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Das Wort ‚surreal‘ kommt mir immer wieder in den Sinn, es war auch komplett surreal. Ich war so überwältigt von der Anteilnahme und den Gute Besserungs-Wünschen, die ich erhalten habe", las Kier Pritchard, der amtierende Polizeipräsident der Grafschaft Wiltshire, vor der Presse vor.

    In der Tat bekam der Polizist viel Zuspruch – auch vom russischen Botschafter in Großbritannien, Alexander Jakowenko.

    „Ich freue mich zu hören, dass Sie aus dem Krankenhaus entlassen wurden und nun wieder im Kreise Ihrer Familie sein können“, schrieb der Botschafter.

    Jakowenko wünschte Bailey schnellstmögliche endgültige Genesung und dankte ihm für seinen Mut, den er am Anschlagsort bewiesen habe.

    Gleichzeitig betonte der Botschafter, dass die russischer Seite in keiner Weise in diesen Angriff, der auch die Gesundheit des Polizisten gefährdet habe, involviert sei.

    „Nehmen Sie meine Beteuerungen entgegen, dass Russland keine Beziehungen zu diesem dreisten Akt hat und auch bereit ist, mit der Regierung Großbritanniens bei den Ermittlungen zusammenzuarbeiten“, schrieb Jakowenko weiter.

    Die Ermittlungen sollten dabei sowohl bilateral zwischen Russland und Großbritannien als auch multilateral auf der Ebene internationaler Institutionen durchgeführt werden.

    Die Genesungswünsche des russischen Botschafters in Großbritannien, Alexander Jakowenko, an den verletzten Polizeibeamten, Nick Bailey
    © Foto :
    Die Genesungswünsche des russischen Botschafters in Großbritannien, Alexander Jakowenko, an den verletzten Polizeibeamten, Nick Bailey

    Am 4. März wurden der 66-jährige ehemalige russische GRU-Agent und Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen durch den Vorfall 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch Nick Bailey.

    Der ehemalige russische Ex-Doppelagent Skripal und seine Tochter sollen sich immer noch in einem kritischen aber stabilen Zustand in einem Krankenhaus befinden.

    Die genauen Umstände sind noch unklar. Doch Premierministerin Theresa May erklärte, dass hinter dem mutmaßlichen Giftanschlag „höchstwahrscheinlich“ Russland stecke. Moskau weist den Vorwurf zurück.

    Russland erklärte sich bereit, an den Ermittlungen zum Fall Skripal teilzunehmen.

    London verweigert Moskau allerdings ohne Angabe von Gründen den Zugang zu Ermittlungsmaterialien und verstößt damit nach russischen Angaben gegen die Chemiewaffenkonvention.

    /NG/GS

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    Tags:
    Chemiewaffenkonvention, Vergiftung, Doppelagent, Ermittlungen, Polizist, Krankenhaus, Nervengift, Giftanschlag, Theresa May, Alexander Jakowenko, Nick Bailey, Sergej Skripal, Julia Skripal, Russland, Großbritannien, England, Salisbury