20:47 13 Dezember 2018
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    Kremlsprecher Dmitri Peskow (Archivbild)

    Darum löst der Skripal-Fall bei Russland Unbehagen aus – Kremlsprecher

    © Sputnik / Sergei Guneev
    Politik
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    Kremlsprecher Dmitri Peskow hat am Samstag gegenüber dem TV-Sender „Mir“ über „Unbehagen“ gesprochen, das die Vergiftung von Ex-Doppelagent Sergej Skripal in Salisbury bei Russland auslöst.

    Laut Peskow ist dieses Unbehagen damit verbunden, dass Russlands Partner in Europa wegen dieses Zwischenfalls unberechenbar sind.

    „Natürlich ist es für uns ein großes Unbehagen, solche unberechenbare und aggressiv gesinnte Partner als Visavis zu haben. Doch ist es eine Realität, mit der wir leben müssen. Hier dürfen wir natürlich nicht nachlassen, unseren Gegenübern in Europa unsere Position nahezubringen“, sagte der Kremlsprecher.

    Am 4. März waren der 66-jährige ehemalige russische GRU-Agent und Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie sollen sich zurzeit im Koma befinden.

    London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft war. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Wegen des Zwischenfalls in Salisbury hatte die britische Premierministerin Theresa May Maßnahmen gegen Russland angekündigt, darunter die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten sowie die Einstellung aller Kontakte auf hoher Ebene. Das russische Außenministerium hatte am 17. März Gegenmaßnahmen angekündigt und 23 britischen Diplomaten zu Personen non grata erklärt.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Vorwürfe als „Quatsch, Unsinn, Nonsens“ bezeichnet, denn es sei undenkbar, dass sich jemand in Russland solche Aktionen am Vorabend der Präsidentschaftswahlen und der Fußball-Weltmeisterschaft erlauben könnte. Putin betonte, Russland verfüge über keine C-Waffen, die unter Kontrolle internationaler Beobachten entsorgt worden wären. Moskau sei bereit, mit Großbritannien bei den Ermittlungen zu der Vergiftung zusammenzuarbeiten.

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    Tags:
    Unbehagen, Unberechenbarkeit, Zwischenfall, Position, Vergiftung, Sergej Skripal, Dmitri Peskow, Europa, Russland