10:23 17 Oktober 2018
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    Russische Botschaft in Berlin

    Deutschland und Frankreich weisen russische Diplomaten aus - viele Länder folgen

    © AFP 2018 / Odd Andersen
    Politik
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    Deutschland hat beschlossen, wegen des "Falls Skripal" vier russische Diplomaten auszuweisen. Diese Entscheidung gab das Auswärtige Amt am Montag via Twitter bekannt. Auch Behörden anderer Länder veranlassten die Ausweisung russischer Diplomaten.

    „Heute weist Polen im Zusammenhang mit dem,Fall Skripal‘ vier russische Diplomaten aus“, sagte der polnische Außenminister Jacek Czaputowicz gegenüber Journalisten am Montag. Warschau habe beschlossen, diese vier Personen zu „Personen non grata zu erklären“. Russland sei in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal verwickelt.

    Die Ukraine weist ihrerseits 13 russische Diplomaten aus. Dies gab der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am Montag bekannt.

    „Als Reaktion auf den zynischen Nervengas-Angriff in Salisbury hat die Ukraine im Geist der Solidarität mit ihren britischen Partnern und transatlantischen Verbündeten und in Koordination mit den EU-Staaten beschlossen, 13 von den wenig übriggebliebenen russischen Diplomaten aus der Ukraine auszuweisen“, schrieb Poroschenko auf Facebook.

    Kurze Zeit später gab auch das tschechische Außenamt seine Entscheidung bekannt,  drei russische Diplomaten auszuweisen. Das niederländische Außenministerium entschied sich derweil für die Ausweisung zweier russischer Diplomaten.

    Nach Angaben des russischen Botschafters in Lettland, Ewgenij Lukjanow, wird auch Riga Strafmaßnahmen gegen russische Vertreter ergreifen: Demnach werden ein Diplomat und ein Mitarbeiter der russischen Fluggesellschaft „Aeroflot“ des Landes verwiesen. Estland gab zur selben Zeit bekannt, den russischen Militärattaché auszuweisen.

    Auch die litauischen Behörden schließen sich der „Massenausweisung“ an: Vilnius hat laut dem litauischen Außenminister Linas Antanas aus Solidarität mit London beschlossen, drei russische „Geheimdienstler, die unter dem diplomatischen Deckmantel“ arbeiteten, des Landes zu verweisen. Zudem werde Litauen 21 russische Bürger auf die sogenannte „Magnitski-Liste“ setzen und 23 weiteren die Einreise verbieten. 

    Finnland gab seinerseits die Ausweisung eines russischen Diplomaten bekannt. Kroatien und Rumänien wollen auch jeweils einen Diplomaten des Landes verweisen.

    Italien entschied sich laut dem Außenministerium in Rom für die Ausweisung zweier russischer Diplomaten.

    Am Montag wurde bekannt geworden, dass auch die USA insgesamt 60 russische Diplomaten ausweisen. Dabei handelt es sich um 48 Mitarbeiter der russischen Botschaft und zwölf Mitarbeiter der russischen Mission bei der Uno. Zudem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen, hieß es aus dem Weißen Haus. Die Russen hätten bis zum 2. April Zeit, das Land zu verlassen. Präsident Trump habe die „Entscheidung persönlich getroffen“, so der Sprecher.

    Das Nachbarland Kanada weist seinerseits vier russische Diplomaten aus.

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    Tags:
    Diplomaten, Polen, Russland, Deutschland