09:42 23 April 2018
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump im Rahmen der Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsgemeinschaft-Gipfel

    Diplomatenausweisung: Trump entschied entgegen Telefonat mit Putin - Botschafter

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    Die heutige Entscheidung Donald Trumps, 60 russische Diplomaten aus den USA auszuweisen, steht laut dem Botschafter Russlands in Washington, Anatoli Antonow, im Widerspruch zu dem jüngsten Telefonat des US-Präsidenten mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin.

    „Diese Entscheidung läuft dem Telefongespräch unserer beiden Präsidenten zuwider“, sagte Antonow am Montag in Washington.

    Das jüngste Telefonat Putins mit Trump sei nämlich „konstruktiv“ gewesen und habe auf ebenso „konstruktive Schritte hoffen lassen“. Die Zeit werde zeigen, was für einen Fehler die USA gemacht haben.

    Nach Angaben aus der US-Administration hatten Trump und Putin zuletzt am vergangenen Dienstag miteinander telefoniert. Über die heutige Entscheidung habe der US-Präsident nicht mit seinem Amtskollegen gesprochen.

    Nach Großbritannien haben Deutschland und zahlreiche weitere westliche Staaten am Montag russische Diplomaten ausgewiesen. Allein die USA weisen 60 Russen die Tür. Die Entscheidung habe Präsident Trump persönlich getroffen, teilte ein ranghoher Sprecher des Weißen Hauses mit. Zudem werde das russische Konsulat in Seattle geschlossen.

    Formeller Grund ist der mutmaßliche Giftanschlag auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien. Wer hinter der Tat steht, ist noch unklar. Doch diebritische Premierministerin Theresa May und andere westliche Politiker machten Russland dafür verantwortlich. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel etwa sagte, Russland solle seine Unschuld beweisen. Russland weist den Vorwurf zurück und fordert eine Ermittlung.

    Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war 2004 als Agent des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 entlarvt und von einem russischen Militärgericht wegen Hochverrats zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Jahre später wurde Skripal mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Agenten ausgetauscht, unter ihnen die als „Agentin 00Sex“ bekannte Anna Chapman.

    Am 4. März dieses Jahres wurden der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht, wo beide ins Koma fielen. Medienberichten zufolge sollen 21 Personen in Mitleidenschaft gezogen worden sein, darunter auch ein Polizist.

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    Tags:
    Sergej Skripal, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland
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