01:23 20 April 2018
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    Gift (Symbolbild)

    Giftaffäre: Auch China fordert von London Fakten

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    Die Situation um den Nervengiftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal muss laut der offiziellen Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, zwischen Moskau und London auf Basis konkreter Fakten geklärt werden.

    „Wir treten entschieden gegen jegliche Anwendung von chemischen Waffen auf, aber wir sind nach wie vor der Ansicht, dass dieses Problem zwischen Russland und Großbritannien sachgemäß auf Grundlage von Tatsachen gelöst werden soll“, zitiert „Daily Express“ die Diplomatin.

    Sie betonte, dass in dieser Situation alle Konfliktseiten das Völkerrecht einhalten und paradoxe Handlungen unterlassen sollen. Ferner rief sie auf, in diesem Zusammenhang auf Konfrontation und die Denkweise des Kalten Krieges zu verzichten.

    Zuvor hatten 18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien und Norwegen im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. Am Dienstag schloss sich Australien als 25. Land an.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft war. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

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    Tags:
    Denkweise, sich engagieren, Fakten, Völkerrecht, Konfrontation, Daily Express, Außenministerium Chinas, Britischer Geheimdienst MI6, Sergej Skripal, Hua Chunying, Salisbury, EU-Länder, Australien, Kanada, London, Albanien, Norwegen, Mazedonien, Großbritannien, USA, Russland, Ukraine, China