03:55 21 April 2018
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    State Department spokeswoman Heather Nauert speaks during a briefing at the State Department in Washington, Wednesday, Aug. 9, 2017

    State Department vergleicht Russland mit „Tiefsee-Monster“

    © AP Photo / Alex Brandon
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    Erneut haben US-amerikanische und russische Diplomaten in Washington „Höflichkeiten ausgetauscht“: Heather Nauert, die Sprecherin des US-Außenministeriums, verglich Russland am Dienstag mit einem Tiefsee-Ungeheuer. Die russische Botschaft in den USA erinnerte daraufhin an die Nazi-Propaganda der 1930er Jahre.

    Angefangen hat alles mit einer bildhaften Metapher Nauerts in Bezug auf Russland. Bei einem Briefing fragte der AP-Journalist Matt Lee sie, ob die sogenannten US-Halbzeitwahlen im November 2018 nach der Ausweisung von 60 russischen Diplomaten sicherer sein würden.

    „Wir können nicht sagen, dass das Wahlergebnis in den USA sicherer sein wird. Russland hat lange Arme, Russland hat viele Tentakel. Wir gehen davon aus, dass sie auch künftig Interesse an unseren Wahlen sowie an Wahlen in vielen anderen Ländern zeigen werden“, antwortete Nauert.

    ​Als der etwas verblüffte Journalist wegen der „Tentakel“ nachfragte, sagte Nauert weiter: „Das ist ein Ungeheuer aus der Tiefsee.“

    Etwas später erschien auf Twitter die Reaktion der russischen Botschaft in den USA. Der Tweet zeigte ein antibolschewistisches Plakat aus den 1930er Jahren aus der Zeit von Nazi-Deutschland.

    „Heute sind wir Zeugen einer,Großen antibolschewistischen Schau‘ geworden, aufgeführt vom State Department“, schrieb die Botschaft.

    ​Am vergangenen Montag hatten 18 EU-Länder sowie die USA, Kanada, die Ukraine, Albanien, Mazedonien und Norwegen im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ die Ausweisung russischer Diplomaten beschlossen. Am Dienstag schloss sich Australien als 25. Land an. Die USA wollen insgesamt 60 russische Diplomaten des Landes verweisen.

    Am 5. März war bekannt geworden, dass der ehemalige Oberst des russischen Militärgeheimdienstes GRU und Überläufer Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury vergiftet wurden. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft war. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Skripal war 2006 wegen Spionage für den britischen Auslandsgeheimdienst MI6 zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er kam jedoch im Juni 2010 im Zuge eines Austausches inhaftierter Spione zwischen Russland und den USA auf freien Fuß. Kurz darauf wurde Skripal in Großbritannien Asyl gewährt.

     

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    Tags:
    Beziehungen, Vergleich, Monster, Ungeheuer, Wahlen, Sergej Skripal, Heather Nauert, USA, Russland