04:17 21 Juli 2018
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    Polizei bei der Stelle in Salisbury, wohin Skripals Auto transportiert wurde

    Fall Skripal: Fast 160 Länder erwarten Schuldbeweise gegen Russland – Botschaft

    © REUTERS / Henry Nicholls
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    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (106)
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    Knapp 160 Staaten, die „nicht zum Westblock“ gehören, sind der Meinung, dass Großbritannien Beweise für die Verwicklung Moskaus in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal vorlegen soll. Dies sagte ein Presse-Sprecher der russischen Botschaft in London gegenüber Journalisten.

    „Wir haben auf die Erklärung der Premierministerin geachtet. Nuancen können sich ändern, aber das Wichtigste bleibt unverändert. Wenn Frau May gesagt hätte, dass sie sich absolut sicher sei, dass Russland die Verantwortung für den Vorfall in Salisbury trage, hätte sie alle Beweise Russland, Großbritannien und der internationalen Gemeinschaft vorlegen sollen. Dieser Meinung sind knapp 160 Länder, die keine Mitglieder des Westblocks sind. Es liegt nah, dass niemand in einer weiteren Welt die Worte Großbritanniens für selbstverständlich hält“, wird der Presse-Sprecher von der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti zitiert.

    Zuvor hatte die russische Zeitung „Kommersant“ die Unterlagen einer Präsentation veröffentlicht, die dem Blatt zufolge bei einem Briefing in der britischen Botschaft in Moskau einige Tage vor der Ausweisung der russischen Diplomaten vorgestellt worden war. Die sechs Dias der Präsentation sollen keinerlei Beweise für die Verwicklung Moskaus in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal enthalten haben.

    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, kommentierte diese Information und bezeichnete diese Präsentation als „Scheitern von Theresa May“ und als „größte Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung“.

    Mitte März hatte Theresa May 23 russische Diplomaten aus Großbritannien ausgewiesen. „Das ist die größte Ausweisung seit 30 Jahren“, sagte sie dazu im britischen Parlament.

    Formeller Grund für die Ausweisung war der mutmaßliche Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury. Die genauen Umstände der Tat sind noch unklar. Die britischen Behörden halten die Details geheim und verweigern Moskau jede Teilnahme an den Ermittlungen. Russland weist Vorwürfe gegen sich zurück und fordert Fakten. Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Briten würden mit ihren Vorwürfen die ganze Weltgemeinschaft düpieren und dafür „Konsequenzen tragen“ müssen.

    Am Montag haben 17 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, sowie die USA, Kanada und andere Länder aus „Solidarität“ mit London insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten ausgewiesen. Russische Politiker zeigen sich stutzig über die Massenausweisungen und versprechen eine Antwort.

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    Internationale Gemeinschaft, Beweise, Vergiftung, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland