19:14 19 Oktober 2018
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    Kreml-Pressesprecher Dmitri Peskow

    Britische Präsentation zu Fall Skripal: Kreml nimmt Stellung

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    Skripal-Gate: Britischer Doppelagent in London vergiftet (107)
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    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die zuvor in der britischen Botschaft in Moskau vorgestellte Präsentation kommentiert, die angeblich Beweise für die Verwicklung Russlands in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal enthalten haben soll und als Grundlage für die Entscheidung über die Ausweisung von russischen Diplomaten gegolten hatte.

    „Zu unserem großen Bedauern haben wir bislang keine adäquaten und vernünftigen Beweise oder Erklärungen der vom offiziellen London bezogenen Position gesehen“, sagte Peskow.

    „Die Mitteilungen, die wir in den Medien gesehen haben, in denen behauptet wird, dass eben diese Informationen als Hauptargumente (…) vorgestellt wurden, halten kaum einer Kritik stand“, fügte der Kreml-Sprecher hinzu.

    Somit kommentierte der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow die Veröffentlichung der Unterlagen einer Präsentation durch die russische Zeitung „Kommersant“, die dem Blatt zufolge am 22. März bei einem Briefing in der britischen Botschaft in Moskau einige Tage vor der Ausweisung der russischen Diplomaten vorgestellt worden war. Die sechs Dias der Präsentation sollen keinerlei Beweise für die Verwicklung Moskaus in die Vergiftung des Ex-Doppelagenten Sergej Skripal enthalten haben.

    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete diese Präsentation am Dienstag als „Scheitern von Theresa May“ und als „größte Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung“.

    Mitte März hatte Theresa May 23 russische Diplomaten aus Großbritannien ausgewiesen. „Das ist die größte Ausweisung seit 30 Jahren“, sagte sie dazu im britischen Parlament.

    Formeller Grund für die Ausweisung war der mutmaßliche Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal in Salisbury. Die genauen Umstände der Tat sind noch unklar. Die britischen Behörden halten die Details geheim und verweigern Moskau jede Teilnahme an den Ermittlungen. Russland weist die Vorwürfe gegen sich zurück und fordert Fakten. Außenminister Sergej Lawrow sagte, die Briten würden mit ihren Vorwürfen die ganze Weltgemeinschaft düpieren und dafür „Konsequenzen tragen“ müssen.

    Am Montag hatten 17 EU-Staaten, darunter auch Deutschland, sowie die USA, Kanada und andere Länder aus „Solidarität“ mit London insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten ausgewiesen. Russische Politiker sind verwundert über die Massenausweisungen und versprechen eine Antwort.

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    Tags:
    Beweise, Dmitri Peskow, Großbritannien, Russland