22:32 18 August 2018
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    Entsendung der NATO-Truppen nach Deutschland

    Nato will kriegstaugliche Infrastruktur – EU stellt Geld bereit

    © AFP 2018 / ANP/ Robin van Lonkhuijsen
    Politik
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    Damit Nato-Panzer bei Eil-Verlegungen durch Europa nicht in zu niedrigen Unterführungen steckenbleiben oder auf zu schwachen Brücken einbrechen, will die EU nach Angaben deutscher Medien am Mittwoch in den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur investieren.

    Sollte Russland entgegen all seinen bisherigen Erklärungen plötzlich zu einem Erstschlag gegen die Nato blasen, stünde das westliche Bündnis wohl schlecht da. Denn:

    "In einem als geheim eingestuften Nato-Bericht äußerten Militärs zuletzt Zweifel daran, ob die Allianz schnell genug auf einen russischen Überraschungsangriff reagieren könnte", schreibt das "Handelsblatt".

    Dass die Nato-Strategen die „Reaktionsfähigkeit“ der Allianz in Gefahr sehen, liegt demnach an der Infrastruktur in Europa, die für schnelle Truppentransporte teils völlig ungeeignet sei. Also plant die EU-Kommission, Straßen, Brücken und Schienennetze auszubauen, wie aus einem am Mittwoch vorgestellten Papier der Kommission hervorgeht.

    Demnach sollen die Infrastrukturobjekte zunächst bis 2019 auf ihre militärische Tauglichkeit geprüft werden, ob denn das überdimensionierte Nato-Gerät auch überall passieren könne. Dann soll eine Liste von Streckenabschnitten erstellt werden, die am dringendsten ausgebaut werden müssten.

    „Für die Ausbauarbeiten sollen im künftigen Haushaltsrahmen der EU ab 2020 zusätzliche Gelder bereitstehen“, so die Presseagentur.

    Zudem soll die militärische Verwendungstauglichkeit bei künftigen Infrastrukturvorhaben von Anfang an eingeplant werden: „Unser Ziel ist, unsere Transportwege besser zu nutzen und sicherzustellen, dass militärische Anforderungen bei der Planung von Infrastrukturprojekten berücksichtigt werden“, sagte EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc.

    Nato-Gipfel in Brüssel (Archivbild)
    © Sputnik / Alexey Witwitskij

    Überdies sieht die Kommission eine Angleichung von EU-weiten Regeln vor, um rasche Truppenverlegungen zu sichern. Zum Beispiel sollen Vorschriften für den Transport von Gefahrengut zwischen EU-Ländern vereinheitlicht werden, um Verzögerungen im Kriegsfall zu vermeiden.

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte unlängst ein „militärisches Schengen“ gefordert, um Truppenbewegungen „über große Strecken innerhalb Europas“ schnell und effizient zu bewerkstelligen.

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    Tags:
    Kriegsvorbereitungen, Aufbau, Truppenverlegung, Infrastruktur, dpa, CDU, Bundeswehr, EU-Kommission, EU, NATO, Ursula von der Leyen, Russland
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