04:39 25 April 2018
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    Sebastian Kurz (l.) und Wladimir Putin in Kreml

    Skripal-Affäre: Kreml begrüßt Österreichs Vermittlungsvorschlag

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    Politik
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    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat die jüngste Initiative der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl kommentiert. Kneissl hat verlautbart, dass Wien bereit ist, im Skripal-Fall als Vermittler bei der Regelung der Differenzen zwischen Moskau und London aufzutreten.

    „In der Situation mit Großbritannien ist natürlich jede Rolle, jede Stimme, die das britische Gegenüber bewegen kann, in dieser Frage zur Vernunft zu kommen, sehr gefragt“, so Peskow.

    Zuvor hatte Kneissl in der Fernsehsendung „ZiB2“ bekräftigt, Österreich wolle auch dann keine bilateralen Strafmaßnahmen gegen Moskau einleiten, wenn in der Giftaffäre Beweise gegen Russland vorliegen. Österreich sei zudem bereit, zu vermitteln.

    Zudem hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag getwittert, man wolle „Brückenbauer zwischen Ost und West sein und Gesprächskanäle nach Russland offenhalten“.

    Am 4. März dieses Jahres waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden, wo beide ins Koma fielen.

    Obwohl die Umstände noch unklar sind, machte die britische Premierministerin Theresa May Russland für den mutmaßlichen Giftanschlag verantwortlich und verwies 23 russische Diplomaten des Landes. Russland hat den Vorwurf zurückgewiesen und eine objektive Aufklärung gefordert. Nach Großbritannien haben Deutschland und zahlreiche weitere westliche Staaten am Montag russische Diplomaten ausgewiesen. Allein die USA weisen 60 Russen die Tür.

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    Tags:
    Giftgasangriff, Vermittlung, Fernsehsendung ZiB2, Sergej Skripal, Karin Kneissl, Theresa May, Sebastian Kurz, Großbritannien, Österreich, Russland