06:47 27 April 2018
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    Kinderbilder (Symbolbild)

    Sacharowa vergleicht Bericht der britischen Botschaft mit Bildern für Kinder

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    Politik
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    Die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Präsentation zum Vorfall in Salisbury, die von dem britischen Botschafter den Vertretern der ausländischen Botschaften in Moskau vorgestellt wurde, mit Bildern für Kinder verglichen.

    Die Außenamtssprecherin machte darauf aufmerksam, dass in der Präsentation nichts zur Formel des Stoffes gesagt werde, mit welchem Skripal und seine Tochter vergiftet wurden, nichts zur Zahl der am Angriff beteiligten Menschen. Es gebe auch keine Information über die Art und Weise der Lieferung von diesem Giftstoff, es fehlten zudem Fotos vom Tatort.

    Sacharowa betonte, dass diese Präsentation aus einer Titelseite und fünf anderen Seiten mit der Information bestanden habe, die aber „keine Textseiten, sondern Bilder“ gewesen seien.

    Zuvor hatte die russische Zeitung „Kommersant“ eine Präsentation veröffentlicht, die von dem britischen Botschafter vorgeführt und danach als Druckblatt an die Vertreter der ausländischen Botschaften einige Tage vor der Ausweisung der russischen Diplomaten verteilt  wurde. Die Zeitung schreibt, dass die Präsentation aus sechs Dias bestanden habe, wobei das erste mit „Vorfall in Salisbury“ betitelt gewesen sei.

    Laut der Zeitung enthält die Präsentation praktisch keine neue Informationen zum „Fall Skripal“, verzeichnet aber einen Unterschied – die „Umqualifizierung des Status von Moskau aus der schuldigen Seite ‚mit hohem Wahrscheinlichkeitsgrad‘  in die schuldige Seite ‚ohne jegliche Zweifel“.

    „Das ist natürlich ein Schock. Das erinnert an irgendwelche Bilder für Kinder. Auf solche Weise lehrt man Kinder. Ich weiß nicht, was das soll. Dies ist eine Präsentation, die auf dem Niveau von Schülern der Unterstufe, die sich bereits Computerkenntnisse angeeignet haben, gemacht worden ist, eine Präsentation zur Wiedergabe (…) von Thesen, die von Theresa May während der Parlamentsanhörung zu diesem Thema gemacht wurden. Und das alles ist chaotisch, zusammenhanglos, holprig“, teilte Sacharowa im Gespräch mit dem TV-Sender „Swesda“ mit.

    Zuvor hatte die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, diese Präsentation als „Scheitern von Theresa May“ und als „größte Manipulation der internationalen öffentlichen Meinung“ bezeichnet.

    Am 4. März waren der 66-jährige Skripal und seine Tochter Julia in der britischen Stadt Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Anzeichen einer Vergiftung in ein Krankenhaus gebracht worden, wo beide ins Koma fielen. Die britischen Behörden vermuten einen Anschlag mit dem Nervengift А234, auch bekannt als „Nowitschok“. Die genauen Umstände sind noch unklar.

    Großbritannien hat im Zusammenhang mit dem „Fall Skripal“ 23 russische Diplomaten ausgewiesen. Danach haben auch 18 EU-Staaten, darunter Deutschland, sowie die USA, Kanada und andere Länder aus „Solidarität“ mit London insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten ausgewiesen. Russische Politiker zeigen sich befremdet über die Massenausweisungen und versprechen eine Antwort.

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    Tags:
    Wahrscheinlichkeitsgrad, Giftstoff, Präsentation, Schulkinder, britische Botschaft in Moskau, TV-Sender Swesda, Kommersant, Außenministerium Russlands, Theresa May, Maria Sacharowa, Salisbury, EU-Länder, Kanada, London, Großbritannien, Deutschland, USA, Moskau, Russland